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31. Mai 2016, 07:23 Uhr

Global Slavery Index

Mehr als 45 Millionen Menschen weltweit leben als Sklaven

Sie werden zur Arbeit gezwungen oder für Sex verkauft: 45,8 Millionen Personen gelten Menschenrechtlern zufolge als moderne Sklaven. Besonders schlimm ist die Lage demnach in Indien und Nordkorea.

Die australische Menschenrechtsorganisation Walk Free Foundation hat ihren dritten Index über die globale Sklaverei veröffentlicht. Demnach sind weltweit knapp 46 Millionen Menschen in 167 Ländern betroffen, das heißt, sie werden zur Arbeit in Fabriken, Minen oder Farmen gezwungen, sie werden für Sex verkauft oder bereits in Knechtschaft geboren.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der modernen Sklaven weltweit gestiegen: 2014 sind es den Angaben zufolge noch 35.8 Millionen Betroffene gewesen. Der Anstieg sei unter anderem auf eine bessere Datengrundlage zurückzuführen, sagte der Mitgründer der Menschenrechtsorganisation, Andrew Forrest.

Zugleich habe sich die Situation für zahlreiche Menschen aber auch grundlegend verschlechtert, Forrest führt dies unter anderem auf die Migration zurück: Dadurch würden die Menschen verwundbarer und gerieten so leichter in moderne Sklaverei.

In allen 167 Ländern auf der Liste habe es Anzeichen für Sklaverei gegeben, sagte Forrest. Indien sei das Land, in dem es insgesamt am meisten moderne Sklaven gebe: geschätzte 18,4 Millionen bei einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen.

Pro Kopf sei die Konzentration in Nordkorea allerdings am höchsten: Dort gilt der Erhebung zufolge einer von 20 Menschen als moderner Sklave, insgesamt seien es 1,1 Millionen.

Als Grundlage für den Index 2016 dienten 42.000 Interviews in 25 Ländern, die Gespräche wurden in 53 Sprachen geführt. Die Menschenrechtler arbeiteten dafür mit dem Meinungsforschungsinstitut Gallup zusammen. Die Daten über Nordkorea basieren zum Beispiel unter anderem auf Berichten von Flüchtlingen aus dem Land, außerdem auf Informationen, die die Menschenrechtsorganisation bei drei Besuchen im Land sammelte (hier lesen Sie mehr über die Methoden der Organisation).

"Wir wollen, dass der Index ein Weckruf ist", sagte Forrest. "Das ist nicht HIV oder Malaria. Wir haben Sklaverei verursacht und weil sie menschengemacht ist, können wir sie auch bekämpfen."

Hier einige weitere Ergebnisse im Überblick:

aar/Reuters

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