Göteborg Maskierte werfen brennende Gegenstände auf Synagoge

Im schwedischen Göteborg hat es einen Brandanschlag auf eine Synagoge gegeben. Verletzt wurde niemand. Drei Personen wurden inzwischen festgenommen.


Verletzte gibt es nicht, das Ausmaß der materiellen Schäden ist noch nicht bekannt: Auf eine Synagoge in der zweitgrößten schwedischen Stadt Göteborg ist am späten Samstagabend ein Brandanschlag verübt worden. Ein brennender Gegenstand sei auf das Gebäude geworfen worden, wegen des leichten Regens sei es aber nicht zu einem Brand gekommen, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Am Sonntagmorgen wurden drei Personen festgenommen, teilte eine Behördensprecherin mit. Inwiefern die Personen tatverdächtig sind, sagte sie nicht.

Die jüdische Gemeinde teilte auf ihrer Internetseite mit, eine Gruppe maskierter Leute habe brennende Gegenstände in den Hof der Synagoge geworfen. Augenzeugen sagten örtlichen Medien, es habe sich um Molotowcocktails gehandelt, was die Polizei nicht bestätigte.

Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich rund 20 Jugendliche in einem angrenzenden Raum auf. Sie flüchteten in den Keller, bevor sie das Gebäude sicher verlassen konnten.

Sicherheitsvorkehrungen vor Synagogen in Schweden verschärft

Der Vertreter der jüdischen Gemeinde, Allan Stutzinsky, brachte den Vorfall mit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels in Verbindung. "Die Ereignisse der vergangenen Tage zwischen Trump und Israel und die Spannungen zwischen Israel und Palästina - solche Sachen führen immer zu größeren Bedrohungen", sagte er der Tageszeitung "GT".

Am Mittwoch hatte Trump Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels anerkannt und angekündigt, die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Dies führte zu Protesten auf palästinensischer Seite und in der arabischen Welt. Auch im schwedischen Malmö gab es Proteste gegen die Entscheidung Trumps. Laut TT wurden in Schweden landesweit die Sicherheitsvorkehrungen vor Synagogen verschärft.

yes/AFP



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