Wirtschaftskrise Rechtsextremismus in Griechenland nimmt zu

Die rechtsradikale Partei "Goldene Morgenröte" gewinnt seit dem Einzug ins griechische Parlament rasant an Zuspruch. Wenn jetzt Wahlen wären, würden die Extremisten drittstärkste Partei - noch vor den Sozialdemokraten.
Mitglieder der "Goldenen Morgenröte": Die rechtsextreme Partei findet immer mehr Zulauf.

Mitglieder der "Goldenen Morgenröte": Die rechtsextreme Partei findet immer mehr Zulauf.

Foto: STR/ AFP

Athen - Die Rechtsextremisten profitieren bei den griechischen Wählern von der Krise. Die Partei "Goldene Morgenröte" stieg in einer Umfrage um vier Prozentpunkte, seit sie im Juni ins Parlament einzog. Sie liegt jetzt bei 10,5 Prozent.

Wären jetzt Wahlen, könnte die "Goldene Morgenröte" damit drittstärkste Partei werden. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage für die Zeitung "To Pontiki". Die Rechtsextremisten haben damit in der Umfrage des Instituts "Pulse" die einst mächtigen Sozialdemokraten der Pasok-Partei überholt.

Die "Goldene Morgenröte" verfolgt eine aggressiv ausländerfeindliche Politik, die auch für die zunehmenden gewaltsamen Übergriffe auf Ausländer in Griechenland verantwortlich gemacht wird. Die dramatische Wirtschaftskrise und die steigende Kriminalität macht die Bürger derzeit offenbar anfällig für die rechte Propaganda.

Der Umfrage zufolge hat die konservative Regierungspartei Nea Dimokratia in der Wählergunst fast fünf Prozent verloren und liegt jetzt bei 25 Prozent.

Die radikalen Linken der Syriza-Partei fielen um fast drei Punkte auf 24 Prozent. Die Pasok, Juniorpartner in der Koalition, kam nur noch auf acht Prozent, während der andere Bündnispartner in der Regierung, die Demokratische Linke, zwei Prozentpunkte auf 4,5 Prozent verlor.

Die Werte sind offenbar die Folge des massiven Spar- und Reformprogramms, das die Regierung derzeit umsetzt, um weiterhin Finanzhilfen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds zu erhalten.

mia/Reuters