Golf-Krise Irak will Waffenkontrolleure ins Land lassen

Die irakische Regierung hat sich bereit erklärt, Waffenkontrolleure der Uno ohne Vorbedingung wieder ins Land zu lassen. Die USA reagierten mit Skepsis auf das Angebot aus Bagdad.


Saddam Hussein: Brief aus Bagdad, ein erster Schritt
AP

Saddam Hussein: Brief aus Bagdad, ein erster Schritt

New York - Iraks Außenminister Nadschi Sabri wurde persönlich bei der Uno vorstellig. In einem Brief, den er Uno-Generalsekretär Kofi Annan überreichte, teilt die Regierung in Bagdad mit, dass sie mit der Entscheidung "jeden Zweifel ausräumen" wolle, der Irak könne immer noch Massenvernichtungswaffen besitzen.

Nach einer Sitzung von Präsident Saddam Hussein mit der Spitze seiner Baath-Partei und dem Kabinett soll der Brief formuliert worden sein. Unter Anspielung auf die amerikanischen Kriegsdrohungen drückt der Irak darin die Erwartung aus, dass alle Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates "die Souveränität, die territoriale Integrität und die politische Unabhängigkeit Iraks respektieren".

Dies jedoch scheint fraglich. Die USA trauen dem jüngsten Angebot aus dem Irak offenbar nicht. Aus ersten Reaktionen aus Washington wird klar, dass sie weiterhin auf einer Resolution des Uno-Sicherheitsrates beharren. In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, man müsse auf die Bedrohung reagieren, die "Saddam Hussein für das irakische Volk, für die Region und die ganze Welt darstellt". Der irakische Brief sei "ein taktischer Schritt Iraks in der Hoffnung, eine starke Aktion des Uno-Sicherheitsrates zu vermeiden".

Bagdad erklärte sich in dem Brief auch bereit, Gespräche über die organisatorischen Einzelheiten der Rückkehr der Uno-Inspekteure sofort aufzunehmen. Allerdings wird darauf verwiesen, dass die Kontrollen nur der Anfang einer umfassenden Lösung sein müssten. Dazu gehöre "die Aufhebung der gegen den Irak verhängten Sanktionen".

Saddam Hussein und die Führung der Baath-Partei
DPA

Saddam Hussein und die Führung der Baath-Partei

Der Weltsicherheitsrat will noch an diesem Dienstag Beratungen über die neue Lage aufnehmen. Generalsekretär Annan erklärte, die Irak-Kontrollkommission Unmovic und deren Leiter Hans Blix stünden zur Wiederaufnahme der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak bereit. Dazu hieß es aus dem Weißen Haus: "Dies ist keine Sache von Inspektoren".

Annan verwies ausdrücklich auf die Rede des US-Präsidenten George W. Bush vor der Uno-Vollversammlung. Am 12. September hatte Bush dort rasche Aktionen der Uno gegen Bagdad verlangt und zugleich die Entschlossenheit der USA zu einem militärischen Alleingang gegen Irak deutlich gemacht. Annan dankte den Mitgliedstaaten der Arabischen Liga für ihre "Schlüsselrolle" im Bemühen, den Irak zum Einlenken zu bewegen.

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