Angriff auf Schiffe im Golf von Oman "Außerordentlich beunruhigend"

Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate werden Schiffe angegriffen. Bundesaußenminister Heiko Maas warnt vor einer Eskalation, sein iranischer Amtskollege nennt die Vorfälle "verdächtig".

REUTERS/ ISNA

Die Bundesregierung hat sich besorgt über die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman geäußert. Der Vorfall sei "außerordentlich beunruhigend", sagte Außenminister Heiko Maas. Dies seien Ereignisse, die zu einer Eskalation führen könnten. Sabotageakte seien generell immer eine Bedrohung für offene Handelswege und "aktuell auch eine Bedrohung für den Frieden".

Zwei Tanker wurden bei Zwischenfällen in der strategisch wichtigen Wasserstraße beschädigt. Die Hintergründe waren zunächst völlig unklar.

US-Präsident Donald Trump ließ sich ebenfalls über die Situation unterrichten. Das gab seine Sprecherin Sarah Sanders in Washington bekannt. Die US-Regierung stelle Hilfe bereit und werde die Situation weiter prüfen, sagte Sanders. Die US-Marine hatte zuvor bereits bekanntgegeben, dass bei ihren regionalen Kräften zwei Notrufe eingegangen seien und dass Berichte über mögliche Angriffe auf Schiffe vorlägen. Nach US-Medienberichten befindet sich mindestens ein US-Aufklärungsflugzeug in der Region.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nannte die Angriffe auf die Tanker mit "Verbindungen zu Japan" äußerst verdächtig. Sie hätten sich während "freundschaftlicher Gespräche" des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei ereignet, schrieb Sarif auf Twitter. Abe bemüht sich derzeit in Teheran um Vermittlung im Konflikt zwischen Iran und den USA.

Russland warnte davor, Iran vorschnell die Verantwortung für den Vorfall zu geben. "Wir beobachten in letzter Zeit eine sich verstärkende Kampagne des politisch-psychologischen und militärischen Drucks auf Iran", sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge. Moskau warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen und die Spannungen in der Region weiter anzuheizen.

Nach russischen Angaben waren auch elf russische Staatsbürger an Bord der "Front Altair" gewesen. Die zehn Männer und eine Frau seien gerettet und in Sicherheit gebracht worden, teilte die russische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran mit. Sie sollten von Iran aus möglichst schnell nach Russland zurückkehren. Insgesamt gehörten 23 Besatzungsmitglieder zur Crew, darunter eines aus Georgien und elf weitere von den Philippinen.

Auch die EU warnte vor vorschnellen Reaktionen. "Die Region braucht keine weiteren Elemente der Destabilisierung und keine weiteren Spannungen", sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel. Man rufe deswegen zu äußerster Zurückhaltung und zum Unterlassen jeglicher Provokationen auf.

Uno-Generalsektretär Antonio Guterres warnte vor einer großen Konfrontation. "Ich nehme den Vorfall in der Straße von Hormus mit tiefer Besorgnis zur Kenntnis. Ich verurteile jeden Angriff auf zivile Schiffe scharf", sagte Guterres vor dem Uno-Sicherheitsrat in New York. Es müsse nun festgestellt werden, wer für die Taten verantwortlich sei. "Und wenn es etwas gibt, was die Welt sich nicht leisten kann, ist es eine große Konfrontation in der Golf-Region."

asa/Reuters/dpa



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