Golfregion Proteste in Oman erreichen Ölfördergebiet

Die Proteste in der Golfregion weiten sich aus. Jetzt ist auch Oman betroffen: In dem Sultanat kommt es seit Tagen zu Unruhen. Jetzt haben sie eine wichtige Ölförderregion erreicht.

Oman: Menschen gedenken der Todesopfer der politischen Proteste
REUTERS

Oman: Menschen gedenken der Todesopfer der politischen Proteste


Maskat - Die Sorge, dass die Proteste in der arabischen Welt die Ölförderung beeinträchtigen könnten, wächst. Arbeiter eines großen Ölfelds in Haima 500 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Maskat demonstrierten nach Angaben aus Regierungskreisen am Samstag mit einem Sitzstreik für mehr staatliche Investitionen in der Region.

Seit vergangener Woche gehen in Oman Kritiker des Herrscherhauses für Arbeit und mehr politischen Einfluss auf die Straße. Ein Demonstrant wurde getötet. Sultan Kabus Bin Said hat als Reaktion auf die Proteste das Kabinett umgebildet, 50.000 neue Stellen im öffentlichen Dienst sowie Arbeitslosengeld angekündigt.

Erdöl macht gemeinsam mit Erdgas rund 80 Prozent der Exporte Omans aus. Nach Zahlen der US-Regierung hat Oman im Jahr 2010 rund 860.000 Barrel Öl pro Tag gefördert. Die Ölreserven des Landes werden auf 5,5 Milliarden Barrel geschätzt, womit es weltweit auf Rang 24 liegt. Zum Vergleich: Kuwait verfügt über rund 100 Milliarden, Saudi-Arabien gar über mehr als 260 Milliarden Barrel.

mbe/dapd

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Beat Adler, 05.03.2011
1. Saudi Arabien besitzt KEINE 260 Milliarden barrel Reserven
Zitat von sysopDie Proteste in der Golfregion weiten sich aus. Jetzt ist auch Oman betroffen: In dem Sultanat kommt es seit Tagen zu Unruhen. Jetzt haben sie*eine wichtige Ölförderregion erreicht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,749283,00.html
Immer wieder muessen wir Medienkonsumenten diese Luege lesen: Saudi Arabiens Oelreserven sind 260 Milliarden barrels. Diese Zahl wird von Saudi Arabien selbst seit ca. 25 Jahren UNVERAENDERT angegeben. Als ob keine 10 Millionen Barrels pro Tag gefoerdert wuerden. Als ob jeden Tag neue Reserven von 10 Millionen barrels enteckt wuerden. Seit 1976 sind KEINE neuen Reserven entdeckt worden. Die letzte zuverlaessige, weil unabhaengige Information ueber die Oelreserven von Saudi Aarabien stammen aus dem Jahr 1982 und waren 162 Milliarden barrels. Wenn durch, seither, verbesserte Foerdertechnik 30% mehr aus einem Feld gepumpt werden koennen, minus was exportiert wurde, minus was Saudi Arabien selbst verbraucht hat seit 1982, dann ergibt sich HEUTE eine Reserve von maximum 110 Milliarden barrels. Ausserdem hat Der Spiegel Zugriff auf die Depeschen der USA durch wikileaks. Bitte lesen Sie dort doch nach was Matt Simmons und andere Experten auf diesem Gebiet als gesicherte Oelreserven von Saudi arabien annehmen. mfG Beat
speciesx 05.03.2011
2. .........
Wie war das nochmal, last uns von unzuverlässigen Russischen Öl und Gas Importen unabhängig machen?
seggl, 05.03.2011
3. musterländle
bisher hiess es immer, Oman sei das Musterland unter den arabischen Ländern. Allen Menschen geht es gut und sind zufrieden, kein Fundamentalismus, aufgeklärte Monarchie. Das Land wurde hochgejubelt als Touristenziel, auch von SPON ... Und jetzt gibt es plötzlich dort auch Unruhen ? aus dem nichts ? Bei Libyen kann man ja noch verstehen, dass es keine offene Berichterstattung gab. Aber haben die Medien bzgl Oman alle geschlafen ?
lpino 05.03.2011
4. Nebenschauplatz Gulf corporation council.
Die Staaten der südlichen Arabischen Halbinsel, mit Ausnahme Jemens, bilden den so genannten Golf-Kooperationsrat. Es war für 2010 die Einführung einer Währungsunion geplant, die sich an den US-Dollar anlehnen sollte. Hier erscheint es strategisch günstig, dass US Truppen in hoher Stärke in einigen dieser Staaten konzentriert sind, sei es Kuwait, Saudi-Arabien oder Bahrein, dem Stützpunkt der 5. US-Flotte. Als Saudi-Arabien den Sitz dieser Institution für Riad beanspruchte, kam Widerstand seitens der Vereinigten Arabischen Emirate und auch Omans auf, die, vor allem unter Führung Scheich Hamdan bin Rashid Al Maktoums, Abu Dhabi als Zentrale der Währungsunion bevorzugten. Somit kam diese Währungsunion nicht zustande, mit deren Währung ein Großteil des weltweiten Ölhandels abgewickelt worden wäre. Schon aus rein wirtschaftlichen Erwägungen ist eine andere Form des Ölhandels, als die auf US-Dollar basierte, für die USA nicht hinnehmbar. So bleiben den Staaten des Golf-Kooperationsrates im Hinblick auf die geplante Währungsunion nur drei Möglichkeiten: 1. Eine an den US-Dollar angelehnte Währung, die letztlich der amerikanischen Wirtschaft zur Entschuldung verhelfen würde. 2. Keine Währungsunion. 3. Eine vom US-Dollar unabhängige Lösung. Vermutliche Auswirkung: Krieg. Derzeit verbleiben die betroffenen Staaten bei Lösung Nr. 2. Iranische Geheimdienste unterstützen derweil subversive Kräfte in Bahrain, um die schiitische Bevölkerungsmehrheit gegen die sunnitische Oberschicht aufzubringen. Das vermutliche Interesse dürfte ein vom Iran betriebener Versuch eines Interessensausgleichs am persischen Golf sein, da die USA zuletzt auch im Jemen mit destabilisierenden Maßnahmen erfolgreich waren und militärisch tatsächlich nun den überwiegenden Teil der Arabischen Halbinsel kontrollieren. Die Lage ist als instabil zu bewerten, da es im Rahmen der Revolutionswelle in arabischen Ländern auch zu einer Islamisierungswelle mit pan-arabischen und anti-amerikanischen Akzenten kommen könnte. Ferner ist eine Ausdehnung des Konflikts zwischen der arabischen und iranischen Welt denkbar, die auch religiös motiviert ist, da der Iran aktiv eine Radikalisierung des Gegensatzes zwischen Sunniten und Schiiten im südlichen Libanon wie auch am Golf betreibt, was wiederum im jahrzehntelangen Interesse der Vereinigten Staaten liegt. Wenn sich der Iran und die arabischen Staaten in ihrem anti-Amerikanismus verständigen und darüber hinaus auch eine vom US-Dollar unabhängige Währungsunion beschließen, mit der unser bisheriges Welthandelssystem unter Führung amerikanischer Geldhäuser beendet sein würde, wird dies sicher zum Einsatz militärischer Mittel führen, um die US-amerikanischen Interessen zu wahren.
avogel44 06.03.2011
5. .
Und warum wird im Spiegel und anderen Medien nichts von den seit Tagen stattfindenden Loyalitäts- und Solidaritäts Märschen für Sultan Qaboos berichtet?? In welchen immer wieder betont wird, dass man mit den Fortschritten seit 40 Jahren durchaus zufrieden ist. Ja, es werden Reformen verlangt (namentlich ein besseres Sozialsystem und eine verbesserte Verfassung), aber in einer absolut friedlichen geordneten Art und Weise. Wohingegen das Verhalten einiger Vandalen am vorigen Freitag/ Samstag in Sohar schärfstens verurteilt und als untypisch für Oman bezeichnet wird. Und ein letzter Gedanke. Die Demonstranten wären Kritiker des Herrscherhauses?? Die würde ich gern mal kennen lernen! Kann man im Oman wahrscheinlich an einer Hand abzählen!! @seggl: Ist auch ein Musterländle. Natürlich mit Fehlern und Mängeln. Ist ja logisch, sonst wäre es ja das Paradies auf Erden. Ob es allen Menschen gut geht? Kommt drauf an, wie man das definiert. Manche sind zufrieden, wenn sie eine Strasse, Wasser, Strom, Schule, Krankenhaus u.ä. in ihrem Ort haben. Andere brauchen Tonnen von Blattgold in ihren Riesenhotels auf künstlichen Inseln. Im Gegensatz zu UAE, Qatar geht Sultan Qaboos Schritt für Schritt vor. Und größte, schönste, teuerste, höchste... Gebäude haben keinen Vorrang bzw. überhaupt keinen Platz im Oman. Was die Medien angeht, bis jetzt gab es auch wenig aus dem Oman zu berichten. Aber dass die Berichterstattung einseitig ist... das erleben wir ja nicht zum ersten Mal.
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