Vorwurf sexueller Übergriffe Drei Frauen belasten Schlüsselzeugen in Ukraineaffäre

Gordon Sondland hatte US-Präsident Trump zuletzt vor dem Kongress mit brisanten Aussagen belastet. Jetzt wird dem US-Botschafter bei der EU vorgeworfen, mehrere Frauen belästigt zu haben.

Gordon Sondland: Diplomat weist Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück
Andrew CABALLERO-REYNOLDS/ AFP

Gordon Sondland: Diplomat weist Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück


Sein Auftritt in der vergangenen Woche hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Immerhin machte Gordon Sondland vor dem US-Kongress relativ unverblümt klar, welches Ausmaß die Ukraineaffäre nach seinen Beobachtungen und mit seiner Beteiligung angenommen hatte. Nun steht der Schlüsselzeuge gegen US-Präsident Donald Trump erneut im Mittelpunkt - jedoch aus anderem Grund: Er wird von drei Frauen des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt.

Die Frauen erhoben am Mittwoch entsprechende Vorwürfe gegen den US-Spitzendiplomaten. Demnach hat der frühere Hotelmagnat mit beruflichen Repressalien reagiert, weil die Frauen ihn zurückwiesen. Sondland selbst wies die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück.

Er ist US-Botschafter bei der Europäischen Union und war von Trump auf diesen Posten gehoben worden. Der wohlhabende Hotelier erhielt den Botschafterjob in Brüssel nach einer Millionenspende für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung des Präsidenten. Die jetzt erhobenen Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit davor, also zu Zeiten Sondlands als reicher Hotelunternehmer.

Die Frauen gaben in einem am Mittwoch von der Internetseite Propublica und der Zeitschrift "Portland Monthly" veröffentlichten Artikel an, dass Sondland gewaltsam versucht habe, sie zu umarmen und zu küssen. Außerdem habe er sie unsittlich berührt. Alle drei Frauen standen beruflich in Kontakt mit Sondland, die Vorwürfe datieren aus der Zeit von 2003 bis 2008.

Der Diplomat spricht von gezielter Aktion aus "politischen Motiven"

Sondland wies die Vorwürfe in dem Artikel als politisch motiviert zurück. "Diese falschen Anschuldigungen zu erzwungenen Berührungen und Küssen sind erfunden", erklärte er. Er glaube, dass es sich um "eine koordinierte Aktion aus politischen Motiven" handele, sagte er den beiden Medien.

Sondland hatte vor einer Woche in der Ukraine-Affäre vor laufenden Kameras im US-Kongress ausgesagt. Dabei bestätigte er, dass Trump die Ukraine massiv unter Druck gesetzt habe, um dortige Ermittlungen gegen Ex-Vizepräsident Joe Biden, seinen potenziellen Herausforderer bei der Wahl 2020, zu erreichen. Sondlands Aussagen durchlöcherten die Verteidigungslinie des Präsidenten, dass keine Druckmittel gegen Kiew eingesetzt worden seien, um die gewünschten Ermittlungen zu erreichen.

jok/AFP



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