Gouverneur auf Abwegen Sexskandal in New York - Mrs. Spitzer stützt ihren Mann

Der New Yorker Gouverneur Spitzer ist in eine hässliche Prostitutionsaffäre verstrickt. Trotz der Demütigung hält seine Frau Silda zu ihm - und will seinen Rücktritt verhindern.


New York - Teure Callgirls, mit denen er sich als Stammkunde in Hotelzimmern vergnügte und Details über die Affären, die in der Öffentlichkeit verbreitet werden: New Yorks Gouverneur Eliot Spitzer mutet seiner Ehefrau Silda und seinen drei Töchtern im Teenager-Alter in diesen Tagen einiges zu Dass der Haussegen schief hängt, dürfte eine leichte Untertreibung der Stimmung bei den Spitzers sein. Trotzdem gibt sich die Gouverneursgattin kämpferisch.

Ehepaar Spitzer: Sie gab ihre Karriere für ihren Mann auf.
REUTERS

Ehepaar Spitzer: Sie gab ihre Karriere für ihren Mann auf.

Sie bedränge ihrem Mann, trotz seiner Callgirl-Affäre nicht zurückzutreten, berichtet die "New York Times" heute unter Berufung auf ungenannte Kreise in der engsten Umgebung des Gouverneurs. Die Zeitung hatte den Skandal am Montag publik gemacht.

Schon am Montag, als Eliot Spitzer unmittelbar nach den Anschuldigungen erstmals bei einer Pressekonferenz äußerte, hatte seine Frau tapfer an seiner Seite gestanden. "Ich habe mich auf eine Weise verhalten, die die Verpflichtungen an meine Familie und meinen - oder jeden - Sinn von Recht und Unrecht verletzt", hatte der 48-Jährige stockend verlesen. "Ich entschuldige mich zuerst und vor allem bei meiner Familie."

Seit Bekanntwerden der Affäre wird die Wohnung der Familie in der Upper East Side belagert, berichtet die "New York Times" weiter. Touristen werden in Doppeldeckerbussen dorthingekarrt, um dort Fotos zu schießen. Zeitweise belagerten über 70 Reporter und Fotografen die Wohnung. Die Polizei hat das Grundstück durch ein Metallgitter abgesperrt. Hubschrauber fliegen über dem Areal Patrouille.

Silda Spitzer ist seit 1987 mit ihrem Mann verheiratet, das Paar hatte sich in Harvard kennengelernt. Die inzwischen 50-Jährige war vor ihrer Ehe mit dem Politiker selbst eine ehrgeizige und gut verdienende Anwältin. Doch dann beschloss sie schon drei Jahre später, ihre Karriere zu Gunsten ihres Mannes aufzugeben und schlüpfte in andere Rollen: Die der Ehefrau des aufstrebenden Generalstaatsanwalts und späteren Gouverneurs und der Mutter der gemeinsamen Kinder.

Sie versuchte laut "New York Times" dem spröde wirkenden Spitzenpolitiker der Demokraten durch gemeinsame Auftritte zu etwas mehr Glanz und Charisma zu verhelfen, übernahm die üblichen Jobs einer First Lady, engagierte sich zum Beispiel bei karitativen Organisationen.

Sie habe lange mit sich gerungen, ihre Karriere aufzugeben. Der Schritt erfolgte schweren Herzens, wie sie einmal in einem Interview mit dem "Vogue"-Magazin zugab. "Es war nichts, was ich tun wollte. Aber ich habe nie einen Zweifel daran gehabt, dass es für uns die richtige Entscheidung war." Man dürfe seine Träume zwar nicht aufgeben, aber müsse sich auch den Realitäten stellen. "Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass die Arbeit für die Familie für mich am wichtigsten ist."

Ihr Mann scheint sich ein womöglich letztes Mal auf seine Frau verlassen zu können. Ihre Eltern suchten den Namen Silda für sie aus. Die "New York Times" lässt sie zum Schluss eines kleinen Porträts über ihren Namen sinnieren. "Silda" stamme aus dem Altdeutschen und bedeute so etwas wie "bewaffnete Kriegsfrau" - oder wie sie auch gern sage: "Teutonische Kriegsbraut."

als, AP



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