"Grace 1" mit iranischem Öl US-Gericht ordnet Beschlagnahmung von Tanker vor Gibraltar an

Die USA unternehmen einen neuen Versuch, die Weiterfahrt des mit iranischem Öl beladenen Tankers "Grace 1" zu stoppen. Ein Bundesgericht will das vor Gibraltar liegende Schiff beschlagnahmen lassen.

"Grace 1" vor Gibraltar: Das Hickhack um den Tanker geht weiter
Jon Nazca/REUTERS

"Grace 1" vor Gibraltar: Das Hickhack um den Tanker geht weiter


Der Konflikt um den mit iranischem Öl beladenen Supertanker "Grace 1" geht in die nächste Runde. Ein Bundesgericht in der US-Hauptstadt Washington hat die Beschlagnahmung des vor Gibraltar liegenden Schiffes verfügt. Das US-Justizministerium begründete das in einer Mitteilung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, gegen Geldwäschegesetze und gegen Terrorismusstatuten. Welche Folgen die Anordnung des US-Gerichts konkret hat, blieb zunächst unklar.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das Regime in Teheran setzte zwei Wochen später den unter britischer Flagge fahrenden Tanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus mit der Begründung fest, dieser habe gegen das Seerecht verstoßen. Die Vorfälle hatten den Iran-Konflikt und die Spannungen am Persischen Golf verschärft.

Am Donnerstag gab das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südküste Spaniens den Supertanker frei. Zuvor hatte Iran zugesichert, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - und damit die EU-Sanktionen gegen das Regime in Damaskus zu befolgen. Nach Angaben des Internet-Ortungsdienstes "Marine Traffic" ankert die "Grace 1" aber noch immer vor der Küste Gibraltars.

Das Gericht in Washington verfügte am Freitag zugleich die Beschlagnahmung des Öls an Bord der "Grace 1" und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zu dem Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft führte aus, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionswächter zur Unterstützung des syrischen Regimes.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionswächter im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben außerdem harte Sanktionen gegen Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen, die wichtigste Einnahmequelle.

syd/dpa/Reuters



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