Russland Greenpeace will inhaftierte Aktivisten auf Kaution freibekommen

Greenpeace will sich nicht von russischen Behörden einschüchtern lassen, die festgenommenen Aktivisten auf Kaution freibekommen - und weiter gegen Ölbohrungen vor der sibirischen Küste demonstrieren.

Protest gegen Inhaftierung: Greenpeace kämpft um Aktivisten
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Protest gegen Inhaftierung: Greenpeace kämpft um Aktivisten


Hamburg - Sie werden der bandenmäßigen Piraterie beschuldigt, ihnen wird Drogenbesitz vorgeworfen, seit knapp einem Monat sitzen sie in Haft. Den 30 Inhaftierten gehe es den Umständen entsprechend gut, informiert Greenpeace nun. Die Umstände sind in diesem Fall: ungeheizte Zellen in Murmansk mit Temperaturen um die null Grad und wenig Trinkwasser.

28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten hatten Mitte September versucht, eine Ölplattform des russischen Konzerns Gazprom zu entern und ein Transparent zu befestigen. Diese Aktion brachte sie in Untersuchungshaft, aus der es zurzeit offenbar keinen Ausweg gibt.

Greenpeace bemühe sich, die Aktivisten auf Kaution freizubekommen, sagte Brigitte Behrens, die Geschäftsführerin der Umweltorganisation. Das werde jedoch von der russischen Justiz abgelehnt, schließlich bestehe Fluchtgefahr. "Ziemlich unverschämt", wie Behrens meint. Greenpeace sei eine gewaltfreie Organisation und habe sich immer gerichtlichen Verfahren gestellt.

Deswegen wolle sich Greenpeace nicht von der russischen Justiz einschüchtern lassen. Die Geschäftsführerin sei "sehr besorgt", die Kampagne gegen die kommerzielle Ausbeutung der Ölvorkommen in der Arktis werde jedoch fortgesetzt. Ebenso die zahlreichen Solidaritätsaktionen.

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"Arctic Sunrise": Greenpeace-Aktivisten in russischer Haft
Der Vorwurf der "bandenmäßigen Piraterie", die mit mindestens zehn Jahren Gefängnis bestraft wird, hatte Greenpeace "völlig überrascht", sagt Behrens. Deswegen wehrt sie sich gegen den Vorwurf, dass Greenpeace die Aktivisten einem zu hohen Risiko ausgesetzt habe: Jeder entscheide selbst, wie weit er gehen wolle. "Wir haben niemanden dort hingeschickt", sagt die Geschäftsführerin.

Weil das Greenpeace-Schiff unter niederländischer Flagge fährt, ist über die Protestaktion ein zwischenstaatlicher Konflikt entbrannt. Das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" wurde von der russischen Küstenwache in internationalen Gewässern aufgebracht. Die niederländische Regierung sieht darin einen Verstoß gegen das internationale Seerecht und will den Fall möglicherweise dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg vorlegen. Gegenwärtig läuft noch ein Schiedsverfahren.

vek/dpa

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Seite 1
tolokno 15.10.2013
1. what next?
Russland ist ein Gangsterstaat: Greenpeace-Schiff kapern, die Leute entführen und auf dem Festland in den Kerker werfen. Das ist Piraterie, und dafür muß Russland vor einem internationalen Gericht angeklagt werden. Die einigermaßen zivilisierten Staaten der Welt dürfen sich nicht von einem kriminellen Staat wie Russland die Regeln diktieren lassen. Was kommt denn als Nächstes? Werden kritische ausländische Korrespondenten in den Gulag verfrachtet, weil sie gegen einen von Putins Gummiparagraphen verstoßen haben? Die internationale Demokratie muß Russland endlich Grenzen aufzeigen, falls nötig mit Wirtschafts- und andern Sanktionen.
xxbigj 15.10.2013
2.
Die Russen haben ein einziges Problen was alle anderen Probleme auslöst. Sie sagen nicht die Wahrheit und lügen dreister als jeder andere auf diesen Planeten!!
otto_iii 15.10.2013
3. umgekehrt
Zitat von toloknoRussland ist ein Gangsterstaat: Greenpeace-Schiff kapern, die Leute entführen und auf dem Festland in den Kerker werfen. Das ist Piraterie, und dafür muß Russland vor einem internationalen Gericht angeklagt werden. Die einigermaßen zivilisierten Staaten der Welt dürfen sich nicht von einem kriminellen Staat wie Russland die Regeln diktieren lassen. Was kommt denn als Nächstes? Werden kritische ausländische Korrespondenten in den Gulag verfrachtet, weil sie gegen einen von Putins Gummiparagraphen verstoßen haben? Die internationale Demokratie muß Russland endlich Grenzen aufzeigen, falls nötig mit Wirtschafts- und andern Sanktionen.
Russland ist keineswegs ein Gangsterstaat, sondern schützt schlicht seine Bürger und Firmen vor fremden Übergriffen. Greenpeace ist eine Organisation, die fortgesetzt kriminelle Taten begeht um sich in Szene zu setzen und die PR-Maschine zur Aquirierung von Spendengeldern zu ölen. Fremde Schiffe oder Bohrinseln gegen den Willen der Besatzung zu entern und zu besetzen ist nun mal Piraterie, was denn sonst? Ich finde es sehr gut, dass sich mit Russland mal ein Staat findet, der sich das nicht bieten lässt und durchgreift. Die meisten anderen Länder würden ja angesichts der von Greenpeace nun routiniert inszenierten globalen Medienkampagne, in der ihre "Aktivisten" als verfolgte Unschuld präsentiert werden, längst eingeknickt.
WernerT 15.10.2013
4. Ist üblich bei Ausländern
da die meist nciht zur Verhandlung erscheinen, egal was GP behauptet. So liefern viele Staaten eigene Staatsbürger nicht aus
deeco85 15.10.2013
5.
Die Greenpeaceaktivisten gehören freigelassen, sie kämpfen für eine bessere Welt und sind keine Piraten! man lässt hier nur die Muskeln spielen um andere abzuschrecken! Greenpeace sollte einen Friedensnobelpreis bekommen, wer so viel Einsatz zeigt und so viel bereit ist, zu Opfern, hat es verdient! Ich hoffe, für die Inhaftierten, dass sie schnellstmöglich nach Hause dürfen!
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