Grenze USA-Mexiko Soldaten schrecken Einwanderer ab

Seit Anfang des Monats sind US-Nationalgardisten an der Grenze zu Mexiko im Einsatz. Jetzt zogen die Behörden eine erste Zwischenbilanz: Die Zahl der illegalen Einwanderer sei deutlich gesunken.


Die Grenzpolizei der USA hat in den ersten zehn Junitagen knapp 27.000 illegale Einwanderer aus Mexiko festgenommen - das sind 21 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die mexikanischen Behörden registrierten einen Rückgang der illegalen Grenzübertritte.

"Die heißen Temperaturen in der Wüstenregion lassen die Zahl der Migranten im Juni üblicherweise zurückgehen - aber nicht so drastisch", sagte Grenzpolizei-Sprecher Mario Martinez in Washington.

Ein Grund dafür, dass weniger Einwanderer den Schritt über die Grenze wagen, könnte die Anwesenheit von Nationalgardisten sein. Der Leiter einer Migrantenunterlunft in Mexiko, Francisco Loureiro, berichtete, viele hätten Angst vor den Soldaten, weil sie Berichte über das Verhalten der US-Truppen im Irak gehört haben. Andere seien davon abgeschreckt worden, dass die Schmuggler ihre Preise verdoppelt hätten - auf mehr als 3.000 Dollar.

Im Mai hatte US-Präsident Bush angekündigt, dass bis zu 6.000 Soldaten der Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko geschickt werden. Sie sollen dort ein Jahr eingesetzt werden. Dann sollen neu eingestellte Grenzpolizisten ihre Aufgaben übernehmen. Außerdem hat Bush beim Kongress 1,9 Milliarden Dollar für den Ausbau der Grenzanlagen beantragt.

sac/ap



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