Grenzkonflikt Schießereien zwischen irakischen und iranischen Patrouillen

An der irakisch-iranischen Grenze nehmen die Spannungen zu. Der Irak warf Iran vor, sein Gebiet angegriffen und sechs irakische Soldaten entführt zu haben. In den vergangenen Tagen war es immer wieder zu Schusswechseln gekommen.


Bagdad – Die Schusswechsel ereigneten sich an der Grenze in einem Gebiet nördlich von Bagdad. Eine Patrouille hatte einen iranischen Vorposten auf irakischem Gebiet entdeckt und das Feuer eröffnet. Die Vorfälle drohten die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern zu belasten, die sich seit dem Regierungsantritt schiitischer Kräfte in Bagdad verbessert hatten.

Ein hochrangiger Offizier der Grenzpolizei sagte, iranische Sicherheitskräfte hätten einen Leutnant und fünf seiner Soldaten in Gewahrsam genommen. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Nähe der Stadt Mandali rund hundert Kilometer nordöstlich von Bagdad. Der Ort liegt südlich der mehrheitlich von Kurden besiedelten Gebiete, in denen es in den vergangenen Monaten gleichfalls zu Grenzzwischenfällen gekommen war.

Medien in Teheran berichteten von sieben irakischen Inhaftierten. Sie seien gefangen genommen worden, nachdem sie die Grenze überschritten hätten. Der Fall werde untersucht, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna.

Bei einem Autobombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad kamen zwei Menschen ums Leben. Der Sprengsatz detonierte im Zentrum der Stadt und war vermutlich gegen einen Polizeikonvoi gerichtet, wie die Polizei mitteilte. Unter den Toten sei ein Polizist. Drei Menschen wurden zudem verletzt. Auch am Vortag hatten Aufständische die Polizeikräfte des Landes an verschiedenen Orten ins Visier genommen.

Der neue al-Qaida-Anführer im Irak, Abu Hamsa al-Muhadschir, drohte unterdessen mit weiteren Angriffen gegen die US-geführten Truppen im Land. Die Waffen würden nicht schweigen, bis jeder Kämpfer binnen 15 Tagen mindestens einen US-Amerikaner getötet habe, hieß es in einer Abu Hamsa zugeschriebenen im Internet verbreiteten Audiobotschaft.

asc/Reuters



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