Spanische Exklaven in Afrika Grenzpolizei darf keine Gummigeschosse mehr einsetzen

Spanien hat das Schießen mit Gummiprojektilen an den Grenzen der Exklaven Ceuta und Melilla verboten. Bei einem Massenansturm auf das spanische Territorium waren Anfang Februar 14 Menschen auf der Flucht vor der Grenzpolizei ertrunken.
Spanischer Grenzsoldat (Archivbild): Flüchtlinge drängen nach Ceuta

Spanischer Grenzsoldat (Archivbild): Flüchtlinge drängen nach Ceuta

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ANTON MERES/ REUTERS

Madrid - Spanische Grenzpolizisten in den Exklaven Ceuta und Melilla dürfen Flüchtlinge künftig nicht mehr mit Gummigeschossen attackieren. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Madrid mit.

Die beiden Orte an der marokkanischen Mittelmeerküste sind die einzige Landgrenze zwischen der EU und Afrika und daher ein begehrtes Ziel afrikanischer Flüchtlinge. In Ceuta richten sich die regelmäßig organisierten Massenanstürme auf den Grenzübergang und den Strand.

Bei einer dieser Aktionen waren am 6. Februar mindestens 14 Flüchtlinge im Meer ertrunken. In der Folge entbrannte in Spanien eine heftige Debatte über das Verhalten der Sicherheitskräfte, die mit ihren marokkanischen Kollegen die Flüchtlinge zurückgedrängt hatten. Die Regierung in Madrid räumte ein, dass Gummigeschosse eingesetzt wurden, wies einen Zusammenhang mit den Todesfällen aber zurück.

Am Montag versuchten erneut etwa 500 Migranten, die Absperrungen in Melilla zu überwinden. 100 von ihnen gelangten über die Grenze. Nach Angaben der Behörden wurden 27 Menschen verletzt.

usp/AFP