Thunberg kritisiert Trudeau "Er tut nicht genug"

Zwei Milliarden Bäume wolle er im Falle eines Wahlsieges pflanzen, hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Rande eines Treffens mit Greta Thunberg angekündigt. Der Klimaaktivistin reicht das nicht.

Strenger Blick: Greta Thunberg hat Kanadas Premier Justin Trudeau in Montreal getroffen
Andrej Ivanov / Reuters

Strenger Blick: Greta Thunberg hat Kanadas Premier Justin Trudeau in Montreal getroffen


Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau bei einem Treffen in Montreal vorgeworfen, nicht ausreichend gegen den Klimawandel vorzugehen. "Ich versuche mich nicht auf einzelne Menschen zu fokussieren, sondern auf das Gesamtbild", sagte die 16-jährige Schwedin nach dem Treffen kanadischen Medienberichten zufolge. "Natürlich ist es einfacher, jemandem Vorwürfe zu machen, und natürlich hat er viel Verantwortung und sicherlich tut er nicht genug." Das sage sie allen Politikern weltweit. "Meine Botschaft an alle Politiker ist dieselbe - hört einfach auf die Wissenschaft und handelt dementsprechend.

Trudeau verkündete bei einer Pressekonferenz, im Falle eines Wahlsiegs im Oktober zwei Milliarden neue Bäume in Kanada pflanzen zu wollen. Klimaaktivistin Thunberg nannte er bei einer Pressekonferenz "eine beeindruckende Person, die die Konversation nach vorne bringt" und "die Stimme einer Generation junger Menschen, die ihre Staats- und Regierungschefs dazu aufrufen, mehr zu machen und es besser zu machen - und ich höre zu".

Am Nachmittag nahmen Trudeau und Thunberg an einem Klimaprotest in Montreal teil, nach Angaben der Veranstalter mit rund 500.000 anderen Menschen. "Wir haben das zusammen unternommen und ich kann euch nicht oft genug dafür danken, dass ihr hier seid", sagte Thunberg bei einer Ansprache an die Menschen. "Es ist einfach unglaublich, vereint zu sein für so eine gemeinsame Sache." Ihr Heimatland Schweden und Kanada seien beide "angebliche Anführer in Sachen Klimaschutz", sagte Thunberg. "In beiden Fällen heißt das absolut nichts. In beiden Fällen sind es nur leere Worte."

mkl/dpa

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