Demonstrationen für Klimaschutz Greta Thunberg erobert Rom

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat in Rom mit Tausenden Jugendlichen demonstriert. Auch in London gab es Proteste, bei denen die Polizei 600 Aktivisten festnahm. In Deutschland gingen Schüler trotz Feiertag auf die Straße.
Klimaaktivistin Greta Thunberg (M.) in Rom

Klimaaktivistin Greta Thunberg (M.) in Rom

Foto: Valerio Portelli/ LaPresse via ZUMA Press/ DPA

In vielen Ländern haben Menschen am Karfreitag für mehr Klimaschutz demonstriert. In Rom versammelten sich mehrere Tausend überwiegend junge Leute - darunter war die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. "Wir werden unseren Kampf für unsere Zukunft fortsetzen", versprach die 16 Jahre alte Schülerin unter dem Jubel der Menge auf der zentralen Piazza del Popolo.

Thunberg demonstriert seit vergangenem Sommer jeden Freitag - also meistens während der Schulzeit - für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen unter dem Motto "Fridays for Future" inspiriert.

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Auch in Deutschland versammelten sich in vielen Städten Hunderte Menschen, unter anderem in Berlin, München, Köln, Hamburg und Düsseldorf. "Die Klimakrise setzt nicht aus, wir auch nicht", schrieb die Aktivistin Luisa Neubauer auf Twitter. Die Schüler waren teilweise dafür kritisiert worden, dass sie während der Schulzeit demonstrieren, und nicht in ihrer Freizeit.

Thunberg warb in Rom für ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik. Es brauche aber Jahre, um etwas zu verändern. "In vielen Situationen schweige ich, aber wenn es etwas ist, was mich sehr bewegt, dann bin ich ein Rebell", sagte sie der Zeitung "Corriere della Sera" zu ihrer Motivation.

"Mit Greta retten wir den Planeten", skandierten Thunbergs Mitstreiter in Rom. Eine Sprecherin der "Fridays for Future"-Bewegung in Italien bezifferte die Teilnehmerzahl auf etwa 25.000 Demonstranten.

Strom für die Bühne wurde von auf Generatoren montierten Fahrrädern geliefert. Thunberg feuerte die Fahrradfahrer in der prallen Sonne an: "Macht weiter!"

Die "Fridays for Future"-Bewegung hat auch in Italien viele Anhänger. Die Kernforderungen: ein schnelles Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese "dreckigen" Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Windkraft und Sonne.

Tatsächlich drängt die Zeit: Schon jetzt hat sich die Erde nach Befunden des Weltklimarats IPCC gegenüber der vorindustriellen Zeit um etwa ein Grad Celsius erwärmt. Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert.

Protest gegen Öl- und Energiekonzerne in Paris

Geht es weiter wie bisher, ist die Welt Ende dieses Jahrhunderts wohl gut drei Grad wärmer als zu Beginn der Industrialisierung. Zu den Folgen gehören je nach Region mehr und schwerere Hitzewellen, längere Dürren sowie heftigere Stürme, Starkregen und Hochwasser. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, sowie aus der Landwirtschaft, vor allem der Tierhaltung stark reduziert werden.

Auch in Großbritannien sorgten Protestaktionen gegen die Klimakrise für Aufsehen. Die Polizei nahm in London in fünf Tagen fast 600 Umweltaktivisten fest. Sie blockierten Straßen und Brücken und waren damit einem Aufruf der Bewegung "Extinction Rebellion" (Rebellion gegen die Auslöschung) gefolgt. An der Aktion beteiligte sich auch die britische Schauspielerin Emma Thompson.

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Greta Thunberg: Eine Schülerin und das Klima

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

Hunderte Klimaaktivisten demonstrierten auch im westlich von Paris gelegenen Hochhaus- und Geschäftsviertel La Défense. Dutzende versammelten sich vor dem Eingang des Ölkonzerns Total. Sicherheitskräfte entfernten rund 100 Menschen vom Gebäude des staatlichen Energiekonzerns EDF. Beim Einsatz in La Défense setzte die Polizei auch Tränengas ein.

nis/dpa/AFP