An einem Wochenende Mehr als 1350 Flüchtlinge in Griechenland angekommen

Die Lage auf den griechischen Ägäis-Inseln verschärft sich, mehr als 32.000 Menschen warten unter katastrophalen Bedingungen auf ihre Registrierung. Und es kommen immer mehr dazu.
1350 Menschen erreichten am vergangenen Wochenende die griechischen Inseln (Archivbild)

1350 Menschen erreichten am vergangenen Wochenende die griechischen Inseln (Archivbild)

Foto: Petros Giannakouris/DPA

Im August und September flüchteten so viele Migranten wie seit 2016  nicht mehr nach Griechenland. Und auch am vergangenen Wochenende sind wieder mehr als 1350 Migranten auf den griechischen Ägäis-Inseln angekommen.

Die griechische Küstenwache rettete nach eigenen Angaben zwischen Freitag und Montagvormittag 658 Menschen aus Seenot. 730 weitere Migranten erreichten die Inseln aus eigener Kraft. Im Hafen von Piräus auf dem griechischen Festland kamen am Montag 179 Asylbewerber an, die anschließend auf Unterkünfte verteilt wurden.

Um die überfüllten Flüchtlingslager zu entlasten, hatte die griechische Regierung Anfang Oktober die schrittweise Überführung von 20.000 Menschen auf das Festland bis Ende Dezember angekündigt. Auf den Inseln warten derzeit mehr als 32.000 Asylbewerber unter katastrophalen Bedingungen auf ihre Registrierung.

Griechische Behörden werden zudem beschuldigt, Migranten illegal in die Türkei abzuschieben. Türkische Dokumente, die dem SPIEGEL vorliegen, beschreiben, wie Flüchtlinge gegen ihren Willen zurück in die Türkei gebracht worden sein sollen, ohne die Chance auf einen Asylantrag.

Auf dem griechischen Festland rief die Überführung von Flüchtlingen zuletzt Widerstände in der Bevölkerung hervor. Mehrere Städte und Dörfer hatten Demonstrationen gegen Einwanderung organisiert. Ende Oktober sollen Dorfbewohner in Nordgriechenland Flüchtlingsbusse sogar mit Steinen beworfen und zur Umkehr gezwungen haben.

Das Netzwerk zur Erfassung von Vorfällen rassistischer Gewalt warnte in der vergangenen Woche vor einem "Anstieg rassistischer und ausländerfeindlicher Vorfälle" gegen Migranten.

hba/AFP