Für Ersten und Zweiten Weltkrieg Athen beantragt Verhandlungen über Reparationszahlungen

Es geht um rund 270 Milliarden Euro: Griechenland möchte nun offiziell mit Deutschland über Reparationszahlungen für Ersten und Zweiten Weltkrieg verhandeln. Für die Bundesregierung ist der Fall abgeschlossen.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras fordert Reparationszahlungen
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Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras fordert Reparationszahlungen


Die griechische Regierung hat Deutschland offiziell zu Verhandlungen über Weltkriegs-Reparationszahlungen aufgefordert, damit jedoch zunächst keine Änderung der ablehnenden Haltung der Bundesregierung bewirkt. Eine vertrauliche Verbalnote sei vom griechischen Botschafter übergeben worden, bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Athen fordere Deutschland zu Verhandlungen auf, in denen die "offene Frage von Reparationen" zur Sprache kommen solle, teilte das griechische Außenministerium mit. Ein Parlamentsausschuss in Athen bezifferte die Summe, die Deutschland Griechenland schulden soll, im vergangenen Jahr auf mindestens 270 Milliarden Euro. Diese Forderung soll Reparationen für Schäden und Plünderungen während des Ersten Weltkrieges sowie für Massaker und einen Zwangskredit während des Zweiten Weltkriegs abdecken.

Vizeregierungssprecherin Martina Fietz sagte, Deutschland sei sich "seiner historischen Verantwortung auf jeden Fall bewusst". Die Bundesregierung setze alles daran, dass "Deutschland und Griechenland als Partner gute Beziehungen haben und dass sie sich gegenseitig zum Wohl beider Länder unterstützen".

Reparationsforderungen im Wahlkampf ein großes Thema

Die Bundesregierung vertrete jedoch die Position, dass die Reparationsfrage "mehr als 70 Jahre nach dem Krieg und mehr als 25 Jahre nach dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag rechtlich und politisch abgeschlossen" sei.

Das griechische Parlament verabschiedete im April mit breiter Mehrheit eine Resolution, mit der die Zahlung der Reparationen gefordert wurde. Nach einer amtlichen griechischen Schätzung könnten zu den Reparationsforderungen des Staates weitere private Forderungen im Umfang von 107 Milliarden Euro kommen.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras machte die Reparationsforderungen gegenüber Deutschland bereits 2015 zum Wahlkampfthema. In den vergangenen Jahren, als Tsipras mit Bundeskanzlerin Angela Merkel intensive Verhandlungen über die griechische Finanz- und über die Flüchtlingskrise führte, trat das Reparations-Thema in den Hintergrund.

bam/AFP



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