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04. Februar 2015, 11:50 Uhr

Attacke im Dezember

Autonome feuerten auf israelische Botschaft in Athen

Die Angreifer feuerten mehr als 50 Mal aus ihren Kalaschnikows, nun haben sich Linksautonome zu der Attacke auf die israelische Botschaft in Athen am Jahresende bekannt.

Athen - Eine linksautonome Gruppierung hat die Verantwortung für einen Anschlag mit einem Sturmgewehr auf die israelische Botschaft in Athen am 12. Dezember 2014 übernommen. Dies verlautete aus Polizeikreisen. Das Bekennerschreiben der Gruppe Völkischer Kämpfer fand die Polizei auf einem USB-Stick in einem Mülleimer in Athen. Über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt.

Bei den Schüssen auf die Fassade der Botschaft war niemand verletzt worden. Die gleiche Gruppierung hatte sich zu einer ähnlichen Attacke auf die Residenz des deutschen Botschafters im Dezember 2013 bekannt.

Wie die griechische Polizei mitteilte, wurden nach dem Angriff 54 Kalaschnikow-Patronen vor der Botschaft gefunden. Die Sicherheitsbehörden hatten rasch einheimische Untergrundorganisationen hinter dem Anschlag vermutet. Darauf ließ die Verwendung des AK-47-Gewehrs schließen.

Augenzeugen hatten laut Polizei von vier Tätern berichtetet. Sie seien gegen 3 Uhr nachts mit zwei Motorrädern vorgefahren. Die Botschaft liegt an der Kreuzung einer zentralen Straße der Athener Vorstadt Psichiko. Die Täter konnten nach dem Anschlag schnell entkommen, weil es dort mehrere Fluchtwege gibt.

Griechenland und Israel hatten in den vergangenen drei Jahren ihre Beziehungen in vielen Bereichen ausgebaut. Es gab mehrmals gemeinsame Marine- und Luftwaffemanöver in der Ägäis und im Mittelmeer. Zudem arbeiten beide Länder gemeinsam mit Zypern im Bereich Energie eng zusammen.

jok/dpa

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