Griechenland Bombendrohung entpuppt sich als Fehlalarm

Erst Alarm, dann Entwarnung: Kurz vor einer Pressekonferenz zur Lage des griechischen Haushalt hat die Polizei das Finanzministerium evakuiert und auf Sprengstoff durchsucht. Die Drohung entpuppte sich als Fehlalarm, es wurde keine Bombe gefunden.

Absperrung rund ums Athener Finanzministerium: Falscher Alarm
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Absperrung rund ums Athener Finanzministerium: Falscher Alarm


Athen - In Griechenlands Hauptstadt Athen hat die Polizei am Donnerstag das Finanzministerium nach einer Bombendrohung abgeriegelt und durchsucht, konnte aber keine Bombe finden. Zum Zeitpunkt der Drohung sollte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou eine Pressekonferenz zum Abschluss einer intensiven Kontrolle von Vertretern der Europäischen Union, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank zum Werdegang des griechischen Sanierungsprogramms geben.

Das Gebäude war zunächst geräumt worden, die Pressekonferenz begann am Nachmittag mit zweistündiger Verspätung. In Griechenland kommt es immer wieder zu ähnlichen Bombendrohungen und Protesten gegen die Sparmaßnahmen der Regierung. Anfang des Monats streikten die Lastwagenbesitzer gegen ein geplantes Gesetz der Regierung, wonach jeder Inhaber eines Lkw-Führerscheins eine Transportlizenz bekommen kann - und legten damit das Leben im Land lahm. In vielen Regionen wurde das Benzin knapp, Urlauber steckten fest, Bauern schmissen ihre Ernte weg.

Bei Massendemos Anfang Mai warfen Autonome Brandsätze in eine Bank, drei Menschen kamen ums Leben. Tausende Menschen gingen damals im Zentrum Athens und in anderen Städten auf die Straßen. Eine Gruppe von rund 3000 Mitgliedern von Organisationen der außerparlamentarischen Linken und Autonomer Gruppierungen versammelte sich damals auch vor dem Parlamentsgebäude und attackierte die Abgeordneten. Einige der Demonstranten forderten damals, das Parlament sollte "verbrannt" werden. Abgeordneten wurde damit gedroht, man werde sie bald "erhängen".

Die griechische Regierung hat wegen der drohenden Staatspleite ein beispielloses Sparprogramm im Umfang von 30 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Gehälter und Renten werden gekürzt, Steuern erhöht. Im Gegenzug erhält Griechenland in den kommenden drei Jahren von der EU und dem Internationalen Währungsfonds Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro.

luk/Reuters/dpa



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