Griechenland Dorfbewohner bewerfen Flüchtlingsbusse mit Steinen

Sie riefen "Schließt die Grenzen" und attackierten ankommende Flüchtlingsbusse. In einem Dorf in Nordgriechenland haben Bewohner mit Gewalt gegen illegale Einwanderung protestiert.
Flüchtlinge hinter einem zerbrochenen Busfenster in Griechenland

Flüchtlinge hinter einem zerbrochenen Busfenster in Griechenland

Foto: Giannis Papanikos/AP/DPA

Dorfbewohner haben in Nordgriechenland Flüchtlingsbusse mit Steinen beworfen und zur Umkehr gezwungen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) zeigte sich in einer Stellungnahme  besorgt und sprach von einem Einzelfall. Trotz Polizeipräsenz wurden in der Nacht zu Mittwoch neun Busse mit rund 380 Flüchtlingen von Dutzenden Bewohnern des Dorfes Nea Vrasna aufgehalten, wie griechische Medien  berichten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP blockierten die Dorfbewohner die Straße, schleuderten Steine auf die Fahrzeuge und riefen "Schließt die Grenzen" sowie "Werft illegale Einwanderer raus". Die Flüchtlinge wurden schließlich in Hotels auf der Insel Euböa untergebracht - 400 Kilometer entfernt von Nea Vrasna.

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Die IOM forderte die griechische Regierung sowie Hilfsorganisationen auf, "zusammenzuarbeiten, um ähnliche Situationen zu verhindern". In den vergangenen Jahren habe man in Griechenland einen überwiegend solidarischen und respektvollen Umgang mit Einwanderern beobachtet.

Die Zahl der Flüchtlinge, die von der Türkei ins benachbarte Griechenland fliehen, ist zuletzt wieder gestiegen. In Griechenland leben derzeit mehr als 70.000 Flüchtlinge, fast 33.000 davon in überfüllten Lagern auf den Ägäis-Inseln. Ein Großteil von ihnen stammt aus Syrien und Afghanistan.

jki/AFP