Griechenland Briefbombe verletzt Ex-Regierungschef Papademos

Der frühere griechische Ministerpräsident Papademos ist Opfer eines Briefbombenanschlags geworden. Laut griechischen Medien erlitt er leichte Verletzungen.
Polizisten am Tatort in Athen

Polizisten am Tatort in Athen

Foto: COSTAS BALTAS/ REUTERS

Der frühere griechische Ministerpräsident Loukas Papademos ist nach einer Explosion im Zentrum Athens verletzt worden. Laut dem Staatsradio explodierte eine Briefbombe oder ein kleines Päckchen in den Händen des Ex-Premiers, als er den Umschlag in seinem Wagen öffnete.

Griechischen Medien zufolge erlitt der Ex-Regierungschef keine lebensgefährlichen Verletzungen. "Er ist nicht schwer verletzt. Auch sein Fahrer wurde leichter verletzt", sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes im griechischen Radio. Eine offizielle Erklärung der Sicherheitskräfte lag zunächst nicht vor. Papademos sei am Bauch und an den Beinen und Händen verletzt worden.

In einigen Berichten hieß es, Papademos sei sofort operiert worden, das dementierte das Krankenhaus Evangelimos in Athen jedoch. Er sei intubiert worden, aber sein Zustand sei nicht kritisch.

Papademos war langjähriger Chef der griechischen Notenbank und später Vizepräsident der Europäischen Zentralbank. Zwischen November 2011 und Mai 2012 führte er eine Übergangsregierung in Griechenland und setzte eines der Sparprogramme um.

Offiziere der griechischen Polizei vermuten, dass eine linke Untergrundorganisation namens "Verschwörung der Feuerzellen" hinter dem Anschlag steckt. Diese Gruppe verschickt immer wieder Briefbomben. Zuletzt hatte die Gruppe im März ein Päckchen mit einem explosiven Gemisch und scharfem Zünder an das Finanzministerium in Berlin geschickt und wenige Tage später die Verantwortung dafür übernommen. In Berlin wurde die Briefbombe in der Poststelle entdeckt, bevor sie größeren Schaden anrichten konnte.

cte/dpa/Reuters
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