Griechenland Gatte zahlte Steuern nicht - Vizeministerin tritt zurück

Der Steuerskandal um ihren Eheman kostet die griechische Vizeministerin für Tourismus den Job: Angela Gerekou hat ihren Posten aufgegeben, weil ihr Mann beim Fiskus Schulden in Millionenhöhe hat - der Musiker wehrt sich seit 15 Jahren mit juristischen Tricks gegen die Zahlung.

Ministerin Gerekou: Steuerskandal des Ehemanns löste Empörung aus
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Ministerin Gerekou: Steuerskandal des Ehemanns löste Empörung aus


Athen - Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat das Rücktrittsgesuch der griechischen Vizeministerin für Tourismus, Angela Gerekou, am Montagabend angenommen. Der Steuerskandal um den Ehemann der Vizeministerin, den bekannten griechischen Sänger Tolis Voskopoulos, hatte in dem von der Staatspleite bedrohten Land Empörung ausgelöst. Es war bekannt geworden, dass der Musiker seit mehr als 15 Jahren die Zahlung einer Steuerschuld in Höhe von 5,5 Millionen Euro immer wieder mit juristischen Tricks hinauszögert.

"Der Ministerpräsident hat den Rücktritt von Frau Gerekou akzeptiert", teilte ein Regierungssprecher mit. Zudem sei eine Untersuchung eingeleitet worden, um festzustellen, warum das griechische Finanzamt nicht Immobilien des Sängers gepfändet hat, obwohl der Fall seit September 2009 juristisch endgültig geklärt sei, berichtete das Staatsradio weiter.

Papandreou hat der Steuerhinterziehung, der Vetternwirtschaft und der Korruption in seinem Land den Kampf angesagt. Die Griechen müssen ihrerseits in den kommenden drei Jahren 30 Milliarden Euro sparen. Das Land hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden.

wit/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Nikolai C.C. 17.05.2010
1. Weiter so, genau wie hier...
Die Großen machen es vor..die Kleinen nach. Die Welt hat ihre Ideale verloren. Lug und Betrug..bin mal gespannt, ob an 2012 etwas dran ist... Hier bunkern Hr. Zumwinkel und Co. ihre Kohle in "Stiftungen" in folgenden Ländern: Liste der Steuerparadiese Europa Liechtenstein Monaco Andorra Schweiz Österreich Luxemburg Belgien Isle of Man Jersey Guernsey Gibraltar Malta Zypern Slowakei u.a. Karibik und Umgebung Bermudas Bahamas Cayman-Inseln Jungferninseln Anguilla St. Kitts and Nevis Antigua und Barbuda Barbados St. Vincent Saint Lucia Niederländische Antillen Belize Panama Costa Rica u.a. Asien und Ozeaninseln Hongkong Macau Labuan Singapur Seychellen Mauritius Cook Inseln Tonga Samoa u.a.
Marshmallowmann 17.05.2010
2. Im Süden nichts neues...
Das in Griechenland so einiges falsch lief ist uns jetzt allen klar^^
Matthias Limburg 18.05.2010
3. Die Griechen als Vorbild nehmen ?!
Zitat von sysopDer Steuerskandal um ihren Eheman kostet die griechische Vizeministerin für Tourismus den Job: Angela Gerekou hat ihren Posten aufgegeben, weil ihr Mann beim Fiskus Schulden in Millionenhöhe hat - der Musiker wehrt sich seit 15 Jahren mit juristischen Tricks gegen die Zahlung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,695305,00.html
Dies ist sicherlich ein erster Schritt in die richtige Richtung und es ist ein Eingeständnis der Schuld des Ehemannes. Auf der anderen Seite lassen sich gewachsene Strukturen nicht über Nacht ändern. In unserer heutigen Zeit versuchen Politiker kurzfristig Änderungen Problematiken betreffend herbeizuführen, die in Wirklichkeit Generationsproblematiken sind. Sowie mit dem Beitritt Italiens in die EU nicht das Problem mit der Mafia gelöst werden konnte, so kann man nicht davon ausgehen, dass schnell das Problem der Vetternwirtschaft in Griechenland gelöst wird. Das Griechische Volk besitzt keine Nennenswerte Industrie und die Familien sind sich in ihrer relativen Armut selbst am nächsten. Wie sagt man so schön? Man kann einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen. So kann das griechische Volk die horrenden Schulden einfach nicht bedienen. Wie denn? "Rettungsprogramme" helfen hier nicht weiter, sondern nur eine geordnete "Insolvenz" und ein entsprechender Neuanfang. Hier unterscheidet sich ein Staat letztlich in keiner Weise von einer Privatperson. Problemtisch ist nur, dass der "Insolvenzverwalter" im Prinzip vom griechischen Volk gewählt werden muss, da die Grundsätze der Demokratie gerade auch in solch einer Situation gewahrt bleiben müssen. Gegen all dies spricht das Empfinden der anderen Mitgliedstaaten, die selber unausweichlich der Pleite entgegen gehen und vom Geld des Ärmsten abhängig sind. Im Zusammenhang muss man sich fragen, in was für einem Wirtschaftssystem wir leben, welches schon jetzt klar werden lässt, dass die Zahlungsunfähigkeit eines jeden Staates unausweichlich ist. Unter diesen Umständen sollte man zynisch gesprochen die letzten Groschen ins Militär investieren, bevor die EU geschlossen die Abwicklung beantragt. Natürlich ist ein derartiger Gedanke realitätsfremd, da unsere Weltgemeinschaft die geordnete Insolvenz eines Staates oder einer Staatengemeinschaft nicht kennt, es werden lediglich sporadisch Schulden erlassen, so hart ist das "zwischenstaatliche Geschäft". Gerade jedoch weil das "zwischenstaatliche Geschäft" so hart ist, sind die Interessen der Bürger viel entschiedener zu schützen. Hier meine ich die zielgerichtete Stützung der heimischen Wirtschaft und die Bestrafung von Importen durch Zölle. Es geht nicht an, dass im Rahmen einer sogenannten Weltwirtschaft Staaten absichtlich in den Ruin getrieben werden, das ist Betrug am Bürger. Leider sind dies jedoch die Zeichen der Zeit. Bleibt zu hoffen, dass die Volksvertreter diesem Treiben entschieden ein Ende setzen oder die gesamte Welt schnellstens durch ein frei gewähltes Weltparlament regiert wird. Da auch dies realitätsfremd ist, bleibt letztlich sich die Griechen in ihrer Art als Vorbild zu nehmen, sie sind in der Sache ein Stück weiter als der Rest der EU.
Warlord, 18.05.2010
4. Steuerbetrug
Warum einen Untersuchungsausschuß einsetzen, der klärt warum das Finanzamt nicht die Immobilien gepfändet hat? Die Frage ist doch eigentlich schon längst geklärt! Das Stichwort heißt Felaki! Schmiergeld ersetzt in Griechenland jede Steuerzahlung! Bestechung, Korruption, Vetternwirtchaft und Steuerhinterziehung ist in Griechenland Nationalsport! Dieses System haben die Griechen verinnerlicht, das bekommt man aus den Köpfen der Griechen auch nicht raus! Das ist auch eine Frage der Mentalität! Griechenland ist ein Bananenrepublik! Unsere Milliarden werden wir nie wieder sehen! Das Geld ist definitiv weg!
Warlord, 18.05.2010
5. Griechenland
Im September 2009 hatte die Kieler Werft HDW die Verträge über den Bau von U-Booten für Griechenland gekündigt! Das Griechendesaster ist also nicht über Nacht gekommen, sondern hat sich schon länger angekündigt! Schon ein paar Jahre zuvor haben die Griechen hochmoderne U-Boote bei HDW geordert, und auch da gab es schon massive Probleme mit der Bezahlung der U-Boote! http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/hdw-kuendigt-u-boot-vertraege-mit-griechenland;2459372
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