Anruf von Tsipras Kein Juncker unter dieser Nummer

Nein, Herr Juncker ist nicht zu sprechen, jedenfalls nicht für Herrn Tsipras. Der EU-Kommissionspräsident hat ein Telefonat mit Griechenlands Premier am Vormittag abgelehnt, sagte ein Sprecher. Vertreter Athens weisen die Darstellung als falsch zurück.

Da schien die Stimmung gelöst zu sein: Alexis Tsipras und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bei einem EU-Gipfel Ende Mai
AFP

Da schien die Stimmung gelöst zu sein: Alexis Tsipras und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bei einem EU-Gipfel Ende Mai


Im Reformstreit mit Griechenland hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Ministerpräsident Alexis Tsipras ein Gespräch verweigert. "Der griechische Ministerpräsident hat für 11 Uhr ein Telefongespräch angefragt, aber Juncker hat abgelehnt, weil es keine Fortschritte in den Gesprächen gibt", sagte ein Kommissionsvertreter am Samstag.

Als Grund führte Junckers Sprecher an, dass die Regierung in Athen eine für Donnerstag zugesagte Liste mit Reformvorschlägen noch nicht vorgelegt habe: "Es gab keine neuen Entwicklungen und damit auch nichts zu diskutieren."

Dass Juncker die Verweigerung des Telefonats öffentlich macht, ist sehr ungewöhnlich. Juncker und Tsipras hatten amMittwoch in Brüssel über einen Kompromissvorschlag der Geldgeber beraten. Am Freitag war Tsipras erneut in Brüssel erwartet worden, aber nicht gekommen. Stattdessen hatte er im Parlament in Athen die Reformliste der Eurozone und des IWF als absurd zurückgewiesen. Zugleich hatte er aber gesagt, eine Einigung sei nahe wie nie.

"Wir wissen, dies ist Teil des Theaters, aber wir müssen nicht in jedem Akt des Dramas mitspielen", sagte der Kommissionsvertreter.

Vertreter Griechenlands wiesen die Darstellung als falsch zurück, kaum dass Nachrichtenagenturen darüber berichtet hatten.

bkr/rtr

insgesamt 171 Beiträge
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na,na,na 06.06.2015
1. Weder Junker noch Schulz sind die richtigen
Typen auf dem Posten. Zuerst Griechenland über den Tisch ziehen und bestehlen und dann schreien "haltet den Dieb Tsipras". Weder Junker noch Schulz sind als bekannte Absahner auf keinen für geeignet und gehören mit Hartz4 Renten in die Wüste geschickt.
trick66 06.06.2015
2. Drama
In jedem Drama gibt es einen LETZTEN Akt. Hoffentlich sehen wir den bald...
stand.40 06.06.2015
3. Juncker
ist nicht zu sprechen.Nein er ist doch schon in Festtagsstimmung .Das ist gut so.Und es werden noch viele Gespräche mit Griechenland folgen.Merkel wird es schon richten.Sie bringt sonst nichts zum Laufen aber wenn es um Geld geht dann ist sie zur Stelle.
Alfred Ahrens 06.06.2015
4. Das Spiel ist gelaufen, es darf abgepfiffen werden.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Nochmal nachsehen, ob man noch Drachmen zwischen den alten Urlaubsfotos hat und dann geht das Leben weiter. Politiker wie Tschipras und seinen Finanzbojaren braucht Europa nicht, gar nicht.
abc. 06.06.2015
5. Bogen überspannt
Mit seinen Auftritten diese Woche, insbesondere seiner Rede vor dem griechischen Parlament, hat der gute Alexis den Bogen mehr als überspannt. Mal schauen, wie lange die Griechen noch brauchen, um zu verstehen, dass sie bei einer Staatspleite und einem Euroaustritt vorerst überhaupt keine Renten, überteuerte Beamtengehälter und ergaunerte Sozialleistungen mehr bekommen. Scheint wohl noch etwas länger zu dauern - aber irgendwann wird auch dieser Groschen fallen. Und dann möchte ich kein Syriza Mitglied auf offener Straße sein...
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