Schuldenpoker mit Griechenland Merkel und Hollande treffen sich noch mal mit Tsipras

Ein Telefonat mit Jean-Claude Juncker kam nicht zustande, dafür haben Angela Merkel und François Hollande mal wieder mit Alexis Tsipras gesprochen. Am Mittwoch wollen die drei erneut nach einem Kompromiss im Schuldenstreit mit Griechenland suchen.

Merkel und Hollande (am 1. Juni in Berlin): Telefonat "in gutem Klima"
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Merkel und Hollande (am 1. Juni in Berlin): Telefonat "in gutem Klima"


Wenige Stunden vor Beginn des G7-Gipfels auf Schloss Elmau haben Angela Merkel und François Hollande erneut mit Alexis Tsipras über die griechische Schuldenkrise beraten. Französische Diplomaten berichteten anschließend, das Dreier-Telefonat habe die Verhandlungen über neue Hilfszahlungen an Griechenland "vorangebracht".

Die Regierung in Athen teilte anschließend mit, das Gespräch habe in einem "guten Klima" stattgefunden. Merkels Sprecher Steffen Seibert äußerte sich aber nicht zum Inhalt des Gesprächs. Nach Angaben aus Griechenland wollen Merkel, Hollande und Tsipras am kommenden Mittwoch in Brüssel erneut zusammenkommen. Dort findet ein EU-Gipfel mit den Ländern Lateinamerikas und der Karibik statt.

Unterschiedliche Darstellungen gab es zuvor über ein angeblich geplatztes Telefonat zwischen Jean-Claude Juncker und Tsipras. Eine Sprecherin der Kommission bestätigte in Brüssel, dass Tsipras um ein Gespräch gebeten habe, dieses habe aber am Samstag nicht stattgefunden. In EU-Kreisen heißt es, Juncker habe das für 11 Uhr angesetzte Telefonat abgesagt, weil es keine Fortschritte in den Gesprächen mit den Gläubigern und der EU gebe.

Aus Kreisen des Tsipras-Büros hieß es dazu, der unbeantwortete Anruf sei ein "Märchen".

Die ungelöste Griechenland-Krise belastet auch den G7-Gipfel in Elmau. Am Rande des Spitzentreffens der G7 werde es mit Sicherheit Gespräche über die äußerst angespannte Finanzlage des Krisenlandes geben, berichteten Diplomaten.

Die Zeit für Athen wird knapp: Nach dem Zahlungsaufschub durch den IWF muss Griechenland bis zum 30. Juni etwa 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Am 30. Juni läuft das zweite Rettungspaket der internationalen Geldgeber aus.

syd/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 124 Beiträge
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ginger64 07.06.2015
1. bla bla bla - hin und her
wovor haben die hier alle angst?
schwaebischehausfrau 07.06.2015
2. Das allerallerletzte Angebot...
..aber jetzt auch wirklich. Wie oft wollen uns unsere "Alternativlos-Versager" noch veräppeln. Nach dem Kommunisten-Wahlsieg in Griechenland hiess es noch, die Konditionen für die Auszahlung dieser 7 Milliarden wären schon lange fest vereinbart und auch die neue Regierung müsse sich an diese Vereinbarung halten. Dann Umfallen um Umfallen, als wäre man auf einem orientalischen Basar. Jetzt diese Woche das ALLERLETZTE Angebot , das vorgelegt wurde. Was gibt's da noch zu verhandeln.?? Endweder annehmen oder eben nicht annehmen und sich woanders Geld beschaffen. Während sich die Rhetorik dieser Gespräche ansieht, der meint, dass es darum geht, dass Griechenland der EU Milliarden in den Hintern blasen will - nicht umgekehrt. Tipp: Einfach mal den Versuch machen und am Montag zu ihrer Bank gehen und nur halb so dumm-dreist wie Tsirpas nach einem Kredit fragen. Dann werden Sie nach 30 Sekunden von der Security nett aber bestimmt aus der Filiale geführt. Merkel muss endlich weg!!!!
lollipoppey 07.06.2015
3. Kein Verständnis mehr
Wenn anders als in Spanien oder Portugal in Griechenland für wenig Reformwillen und viel Rumdruckserei Geld hinterher geschmissen wird und das durch unsere Kanzlerin für Deutschland im Alleingang legitimiert wird, ist für mich das Maß voll. Bei der nächsten Bundestagswahl wird eine Protestpartei gewählt und Stimmung gegen die CDU gemacht.
demokroete 07.06.2015
4. in einem
Wenn man Milliarden Euro vergeuden kann, die man nicht selbst erarbeitet hat, ist das Klima immer gut. Bei denen, die für andere mitarbeiten müssen, wird das Klima allerdings immer schlechter !
Medienkritiker 07.06.2015
5. Nun ja...
Dass man sich im aufgescheuchten EU-Hühnerhaufen einen brillianten Gockel wie Tsipras am Telefon verleugnet erscheint sehr unglaubwürdig. Dieser vom Stolz griechischer Tradition geprägte und vom Volk prämierte Hahn, hat zu Recht seinen Titel verdient! Noch mag seine Argumentation bei den Nordländern etwas verwirrend ankommen, da es ja immer heißt, dass der "Durchbruch" mit der trotzigen Rest-EU bevor stehe. Dem drögen deutschen Zweifler zum Trotz, wird es ohne Zweifel eine Gewährung weiterer Hilfspakete geben...Alternativlos ist das sicher nicht - aber die Alternativen werden immer rarer...
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