Griechenland Linke Syriza-Hardliner wollen neue Partei gründen

Der griechische Premier Tsipras hat mit seinem Rücktritt Neuwahlen erzwungen. Nun spaltet sich seine Partei: Die Hardliner der Linken Plattform gründen eine eigene Partei und wollen gegen Syriza antreten.


Der linke Flügel der Syriza-Partei will künftig eigene Wege gehen. Man werde eine breite Front gegen die Sparpolitik gründen, teilte die Linke Plattform am Donnerstagabend in einem Statement auf ihrer Webseite mit.

Damit reagieren die Hardliner um den früheren Energieminister Panagiotis Lafazanis auf den Rücktritt von Ministerpräsident Alexis Tsipras und die Ankündigung von Neuwahlen. Bei der Wahl am 20. September werde man mit der Forderung antreten, alle Hilfsprogramme zu stoppen und die Sozialkürzungen rückgängig zu machen, heißt es in der Mitteilung.

Die neue Partei versteht sich als Vertreterin der 62 Prozent der Griechen, die beim Referendum über das Sparprogramm am 5. Juli mit "Nein" gestimmt hatten. Man werde den Ausverkauf des Staatseigentums stoppen und Griechenland auf einen "neuen Kurs der nationalen Unabhängigkeit" bringen, schreiben die Autoren des Manifests.

Die formelle Verkündung der neuen Partei wird am Freitag erwartet. Über den Parteinamen wird noch diskutiert.

gec



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ulli7 20.08.2015
1. Der linke Flügel von Syriza hat keine andere Wahl
Tsipras will die Abgeordneten vom linken Flügel der Syriza-Partei nicht mehr als Kandidaten für die Neuwahlen am 20. September aufstellen. Damit würden diese Parteimitglieder vom linken Flügel ihre auskömmlichen Abgeordneten-Diäten verlieren. Beim Referendum am 5. Juli über das Sparprogramm hatten 62 % der griechischen Wählerinnen und Wähler mit "nein" gestimmt. Insofern hätte die geplante neue Partei durchaus reelle Chancen auf den Einzug ins Parlament, wenn sie einen charismatischen Spitzenkandidaten aufstellt.
kjartan75 20.08.2015
2. Kühne These
Zitat von ulli7Tsipras will die Abgeordneten vom linken Flügel der Syriza-Partei nicht mehr als Kandidaten für die Neuwahlen am 20. September aufstellen. Damit würden diese Parteimitglieder vom linken Flügel ihre auskömmlichen Abgeordneten-Diäten verlieren. Beim Referendum am 5. Juli über das Sparprogramm hatten 62 % der griechischen Wählerinnen und Wähler mit "nein" gestimmt. Insofern hätte die geplante neue Partei durchaus reelle Chancen auf den Einzug ins Parlament, wenn sie einen charismatischen Spitzenkandidaten aufstellt.
Sie wissen doch, dass die Hardliner die Drachme wieder einführen wollten und genau das wollte das griechische Volk eben nicht. Es ist ein geschickter Schachzug von Tsipras, jetzt Neuwahlen durchzuführen, um unbequeme Gegner loszuwerden, bevor die Reformen wirklich spürbar werden in der Bevölkerung. Die Drachme-Befürworter haben absolut keine Chance. Wetten?
karend 20.08.2015
3. .
Bei einem Regierungswechsel (und somit bei der Ablehnung der getroffenen Vereinbarungen) müssten alle Zahlungen unverzüglich eingestellt werden. Neue Verhandlungen müssten erfolgen. Oder interessiert das dann keinen Regierungsverantwortlichen und lassen diese ihre Bürger dennoch haften?
orthonormalbürger 20.08.2015
4. Super!
Man kann nur hoffen das GRE ultra links wählt ( oder rechts mir eig egal ) Hauptsache das Sparpaket wird abgelehnt. Das neue Paket ist eine Krux, lieber 2 weitere jahre kruxe Verhandlungen mit Hardlinern und dann ein Grexit als dieses Paket. Viel Glück euch mit euer neuen Partei !
w.diverso 21.08.2015
5.
Das Parteiprogramm der neuen Links-Linken wird interessant. Wenn sie so wirklichkeitsfremd wie Giorgos Chondros in den Diskussionsrunden war, auch ihr Programm erstellen, wird sicher drinstehen, dass die EU die Griechen nur machen lassen sollen. Es reicht wenn die EU Geld schickt. Ob die der Wirklichkeit jemals so nahe kommen, dass sie die wirklichen Probleme in Griechenland begreifen? Der rechte Teil der Linken in der Syriza hat 6 Monate gebraucht, um Teile davon zu erkennen. Sagen sie zumindest.
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