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25. Januar 2019, 14:38 Uhr

"Nordmazedonien"

Griechisches Parlament stimmt Abkommen im Namensstreit zu

Nach fast 30 Jahren Streit hat das griechische Parlament sein Okay gegeben: Der nördliche Nachbar soll nicht mehr "Republik Mazedonien", sondern "Nordmazedonien" heißen.

Das griechische Parlament hat das Abkommen zur Überwindung des Namensstreits um den Namen Mazedoniens gebilligt. 153 Abgeordnete votierten für das Abkommen. 146 stimmten dagegen. Es gab eine Stimmenthaltung.

Ein entsprechendes Abkommen hatte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras 2018 mit seinem Amtskollegen aus Skopje getroffen. An dem Streit war die griechische Regierungskoalition zerbrochen: Der Verteidigungsminister und Chef der rechtspopulistischen Partei "Unabhängige Griechen", Panagiotis Kammenos, war deswegen zurückgetreten. Anschließend überstand Tsipras knapp ein Misstrauensvotum.

Der Namensstreit schwelte, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens unabhängig wurde. Griechenland lehnte den Landesnamen Mazedonien lange ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt.

Viele Griechen befürchteten Umfragen zufolge, das Nachbarland könne Gebietsansprüche an die nordgriechische Region Mazedonien stellen.

Als Gegenleistung für die nun abgesegnete Namensänderung will sich Athen nicht mehr gegen den Beitritt dieser Republik in die Nato sperren und auch die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen nicht mehr blockieren.

Das Parlament in Mazedonien hat das Abkommen trotz ähnlicher Reaktionen nationalistischer Kreise im eigenen Land bereits ratifiziert.

Im Vorfeld hatten Rechte und nationalistische Organisationen mit Zehntausenden Menschen in Athen gegen die Namensänderung von Mazedonien in Nordmazedonien protestiert.

mho/AFP/dpa

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