Griechenland Premier Papademos droht mit Staatspleite im März

Griechenlands Ministerpräsident Papademos hat seine Landsleute auf erneute Lohnkürzungen vorbereitet. Nur so könne die nächste Kredit-Tranche der internationalen Geldgeber gesichert werden. Sollte das Geld nicht fließen, kündigte er eine unkontrollierte Staatspleite für den März an.
Loukas Papademos mahnt: Lohnkürzungen nötig

Loukas Papademos mahnt: Lohnkürzungen nötig

Foto: ANGELOS TZORTZINIS/ AFP

Athen - Der griechische Ministerpräsident Loukas Papademos hat sein Volk auf erneute Einschnitte eingestimmt, um an weitere Hilfsgelder zu kommen. Wenn das Land keine Unterstützung aus dem Ausland bekomme, drohe der Staatsbankrott bereits im März, warnte er am Mittwoch. Benötigt würden eine Einigung mit der Troika aus EU, IWF und EZB sowie weitere Gelder, sagte Papademos bei Gesprächen mit Spitzen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Er rief zu weiteren Opfern auf, darunter auch Lohnkürzungen.

"Wenn wir unseren wichtigsten Erfolg - die Teilnahme am Euro und die Verhinderung einer massiven, vertikalen Einkommensentwertung sichern wollen, zu der ein Ausstieg aus dem Euro führen würde, dann müssen wir eine kurzfristige Einkommensminderung hinnehmen", sagte Papademos. Die EU-Troika wird am 15. Januar in Athen erwartet.

Ohne notwendige Anpassungen "an die Realität" sei die Auszahlung der nächsten Kreditrate nicht garantiert, sagte Papademos. "Mit Beginn des Jahres 2012 treten wir in die höchst entscheidende Phase für den Kurs der griechischen Wirtschaft ein", sagte der Ministerpräsident.

Der Chef der Gewerkschaft GSEE, Giannis Panagopoulos, wies die Forderung nach Lohnkürzungen umgehend zurück. Er bestand darauf, dass der nationale kollektive Tarifvertrag - einschließlich des darin vereinbarten Mindestlohns und der 13. und 14. Monatsgehälter - nicht zur Disposition stehe. Arbeiter und Rentner seien durch die Krise unverhältnismäßig hoch belastet worden und hätten nun keinen Spielraum für weitere Kürzungen oder Rücknahmen von Arbeitnehmerrechten, teilte die Gewerkschaft mit. Den öffentlichen Angestellten wurden die beiden Extragehälter im Rahmen der Sparmaßnahmen bereits gestrichen.

Griechenland ist hoch verschuldet. Die Regierung in Athen hofft auf Finanzhilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro, um eine Pleite abzuwenden. Mitte Januar reisen Vertreter der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), der EZB und der Europäischen Kommission nach Athen, um über weitere Einsparungen im Rahmen des europäischen Rettungspakets zu verhandeln. Zu den Auflagen der Troika gehören neben einer Steuer- und Justizreform auch Rentenkürzungen.

ler/Reuters/dapd
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