Neue Regierung in Griechenland Syriza bildet Koalition mit Unabhängigen Griechen

Die neue Regierung in Athen steht: Die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen haben sich mit der Linkspartei Syriza auf eine Koalition verständigt.
Tsipras (r.) und Kammenos (l.) bei den Koalitionsverhandlungen: "Triumph des Anti-Sparplan-Blocks"

Tsipras (r.) und Kammenos (l.) bei den Koalitionsverhandlungen: "Triumph des Anti-Sparplan-Blocks"

Foto: LEFTERIS PITARAKIS/ AFP

Athen - Der Chef der Unabhängigen Griechen, Panos Kammenos, teilte nach einem Gespräch mit Syriza-Chef Alexis Tsipras am Montag in Athen mit, man habe sich auf eine Koalitionsregierung geeinigt.

"Von diesem Moment an gibt es eine Regierung", sagte Kammenos. Mit Blick auf die deutsche Politik sagte der Chef der Unabhängigen Griechen: "Wir werden zu Merkel auf unseren Füßen gehen, nicht auf den Knien rutschen."

Auch Syriza bestätigte die Einigung. "Das ist eine neue Ära", sagte Dimitris Vitsas, Syriza-Parteisekretär, SPIEGEL ONLINE. Bei der Frage, ob linke und rechte Politik in Griechenland zusammenpasse, dürfe nicht in alten Kategorien gedacht werden: "Keine Partei ist näher an Syriza als andere. Nur Syriza ist nahe an Syriza."

"Das ist ein Triumph des Anti-Sparplan-Blocks", sagte Giorgos Christoforidis von den Unabhängigen Griechen. Seine Partei habe zwar "rote Linien" bei den Themen Zuwanderung, Kirche und Außenpolitik. Kammenos und Tsipras verbänden jedoch gegenseitiger Respekt und persönliche Beziehungen. "Die Partnerschaft wird großartig funktionieren", so Christoforidis. Auch Syriza werde davon profitieren.

Die Führung der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen, einer Abspaltung der konservativen Nea Dimokratia, sieht das Land "besetzt" von den Geldgebern. Daher müsse Griechenland "befreit" werden. Athen solle keine Schulden zurückzahlen.

Nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen lag die linkspopulistische Syriza bei 36,3 Prozent und 149 Mandaten im neuen Parlament. Für die Bildung einer Regierung sind 151 der 300 Parlamentssitze nötig.

Die Unabhängigen Griechen lagen bei 4,8 Prozent und 13 Mandaten. Der designierte Ministerpräsident Tsipras werde später am Montag den Staatspräsidenten Karolos Papoulias treffen, sagte Kammenos.

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mka/dpa

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