Wahlsieger in Griechenland Syriza-Chef Tsipras soll noch heute vereidigt werden

Schon am Montagnachmittag soll Syriza-Chef Alexis Tsipras zum neuen Ministerpräsidenten ernannt werden. Bereits am Vormittag sind die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen worden.
Alexis Tsipras, Wahlsieger und designierter Regierungschef von Griechenland

Alexis Tsipras, Wahlsieger und designierter Regierungschef von Griechenland

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Athen - Einen Tag nach seinem Wahlsieg in Griechenland soll Syriza-Chef Alexis Tsipras von Präsident Karolos Papoulias als neuer Ministerpräsident nominiert werden. Die offizielle Nominierung erfolge um 15.00 Uhr, teilte die Präsidentschaft in Athen am Montag mit. Zuvor hatte sich Tsipras' Linkspartei mit der nationalistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) auf die Bildung einer Koalition verständigt.

Der Chef der Unabhängigen Griechen, Panos Kammenos, hatte nach einem Gespräch mit Syriza-Chef Alexis Tsipras am Montag in Athen mitgeteilt, man habe sich auf eine Koalitionsregierung geeinigt.

"Von diesem Moment an gibt es eine Regierung", sagte Kammenos. Mit Blick auf die deutsche Politik sagte der Chef der Unabhängigen Griechen: "Wir werden zu Merkel auf unseren Füßen gehen, nicht auf den Knien rutschen."

"Das ist eine neue Ära", sagte Dimitris Vitsas, Syriza-Parteisekretär, SPIEGEL ONLINE. Bei der Frage, ob linke und rechte Politik in Griechenland zusammenpasse, dürfe nicht in alten Kategorien gedacht werden: "Keine Partei ist näher an Syriza als andere. Nur Syriza ist nahe an Syriza."

"Das ist ein Triumph des Anti-Sparplan-Blocks", sagte Giorgos Christoforidis von den Unabhängigen Griechen. Seine Partei habe zwar "rote Linien" bei den Themen Zuwanderung, Kirche und Außenpolitik. Kammenos und Tsipras verbänden jedoch gegenseitiger Respekt und persönliche Beziehungen. "Die Partnerschaft wird großartig funktionieren", so Christoforidis. Auch Syriza werde davon profitieren.

Die Führung der rechtspopulistischen Partei, einer Abspaltung der konservativen Nea Dimokratia, sieht das Land "besetzt" von den Geldgebern. Daher müsse Griechenland "befreit" werden. Athen sollte keine Schulden zurückzahlen.

Die Unabhängigen Griechen lagen bei 4,8 Prozent und 13 Mandaten. Nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen lag die linkspopulistische Syriza bei 36,3 Prozent und 149 Mandaten im neuen Parlament. Für die Bildung einer Regierung sind 151 der 300 Parlamentssitze nötig.

mka/AFP