Griechenland 40.000 Flüchtlinge kommen seit Jahresbeginn in der Ägäis an

Helfer sind erschöpft, Flüchtlinge müssen im Freien schlafen: Griechenlands Küstenwache hat im ersten Quartal mehr als 40.000 Migranten aufgegriffen. Das sind sechsmal so viele Menschen wie im Vorjahreszeitraum.

Afghanische Flüchtlinge vor der griechischen Insel Kos: Tausende Menschen kommen innerhalb weniger Tage
REUTERS

Afghanische Flüchtlinge vor der griechischen Insel Kos: Tausende Menschen kommen innerhalb weniger Tage


Innerhalb von drei Tagen waren es allein mehr als 4000 Migranten, die die griechische Küstenwache in der Ägäis aufgriff. Die Behörden können den Flüchtlingsstrom nicht mehr stoppen. "Die Schleuser bringen die Menschen direkt in den Hafen rein", sagte ein Offizier der Küstenwache von der Insel Chios.

Im ersten Quartal 2015 kamen nach Berichten der Küstenwache vom Dienstag 40.297 Migranten auf den Ägäisinseln an. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 6500 gewesen.

Die Lage ist nach Berichten örtlicher Medien dramatisch. Die Helfer der humanitären Organisationen seien erschöpft. Flüchtlinge müssen in vielen Fällen im Freien schlafen.

Allein im Mai sind nach Angaben des Bürgermeisters von Chios, Manolis Vournous, 3400 Migranten angekommen. Alle wollten nach Piräus und danach nach Westeuropa, sagte er der Athener Zeitung "Kathimerini". Die Flüchtlinge stammten überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Pakistan und dem Irak. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schleuserbanden Migranten nach Europa bringen.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen bis Mitte Mai fast 1800 Menschen auf der gefährlichen Überfahrt im Mittelmeer ums Leben.

SPIEGEL ONLINE

heb/dpa



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