Personalnot Großbritannien fehlt Besatzung für Atom-U-Boote

Die britische Marine hat ein Personalproblem: Auf atomwaffenbestückten U-Booten ist laut einem internen Bericht jeder siebte Offiziersposten unbesetzt. Die Boote bleiben nun womöglich im Hafen - die nukleare Verteidigungsstrategie des Landes sei gefährdet.
Britisches U-Boot "HMS Astute": Personalmangel bei der Royal Navy

Britisches U-Boot "HMS Astute": Personalmangel bei der Royal Navy

Foto: DPA / Crown Copyright

London - Ein interner Bericht des britischen Verteidigungsministeriums legt nahe, dass der Royal Navy Soldaten fehlen, um ihre Atom-U-Boote ausreichend zu besetzen. Jede siebte Offiziersstelle könne künftig nicht bekleidet werden, berichtet der "Daily Telegraph" unter Berufung auf den Bericht aus dem Ministerium .

Zwei Entwicklungen hätten den Personalengpass hervorgebracht: Zum einen würden die mit Nuklearwaffen erfahrenen U-Boot-Fahrer verstärkt von der zivilen Atomindustrie abgeworben. Zum anderen würden diejenigen, die in der Marine blieben, auf immer längere Touren entsendet - dadurch sinke die Attraktivität des Jobs.

Zwar verfügt die Royal Navy über 5000 U-Boot-Fahrer. Doch zuletzt hatten viele von ihnen Touren hinter sich, auf denen sie länger als vier Monate unter Wasser gewesen seien, berichtet der "Telegraph". Das mache es immer schwieriger, Rekruten anzuwerben. "Der Mangel an erfahrenen Leuten wird bis ins kommende Jahrzehnt anhalten", heißt es in dem Bericht des Ministeriums. Es bestehe das Risiko, dass die Navy nicht genügend qualifiziertes und erfahrenes Personal für die U-Boot-Flotte habe. Nun wolle die Marine versuchen, die "Lebensqualität" ihrer U-Boot-Fahrer zu verbessern.

Die Marine Großbritanniens verfügt über sechs Angriffsboote und vier Vanguard-Boote, die mit der Atomwaffe "Trident" bestückt sind. Wegen des Personalengpasses könnten die Boote gezwungen sein, im Hafen zu bleiben. Könnten nicht genügend qualifizierte U-Boot-Fahrer eingesetzt werden, könne man das nukleare Verteidigungsprogramm nicht aufrechterhalten , heißt es in dem Bericht.

Laut dem britischen Verteidigungsministerium sinkt auch die Zahl der Ingenieure in den kommenden drei Jahren um 15 Prozent, was die Personalsorgen der Marine noch verstärke. Dennoch gab sich ein Sprecher gelassen: "Der Bericht zeigt, dass die Royal Navy genügend Manpower für ihre U-Boote hat und wir sind zuversichtlich, dass das so bleiben wird."

Die Marine hatte zuletzt einen Großauftrag zum Bau der nächsten Generation britischer Atom-U-Boote vergeben. Der Vertrag mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Pfund (rund 1,2 Milliarden Euro) wurde mit dem Technologieunternehmen Rolls Royce geschlossen.

fab