Mögliche Unfallverursacherin Johnson fordert Rückkehr von Diplomatengattin aus den USA

Der tragische Unfalltod eines 19-jährigen Briten hat diplomatische Verwicklungen ausgelöst. Die Fahrerin des Unfallautos soll die Ehefrau eines US-Diplomaten sein - und sie verließ das Land. Nun greift Boris Johnson ein.

Ungefähre Unfallstelle nahe Oxford: "Persönlich mit dem Weißen Haus besprechen"
imago/United Archives International/ imago images

Ungefähre Unfallstelle nahe Oxford: "Persönlich mit dem Weißen Haus besprechen"


Der Fall um den Unfalltod eines jungen Briten zieht weitere Kreise. Ende August war der 19-jährige Harry Dunn mit seinem Motorrad unterwegs, als er nahe einer britischen Militärbasis in Oxford mit einem Auto zusammenstieß. Auf dem Gelände arbeiten auch Kräfte der US-Luftwaffe. Der junge Mann starb kurz nach der Kollision im Krankenhaus.

Inzwischen wird die Frau eines US-Diplomaten verdächtigt, den Unfallwagen gefahren zu haben. Am Sonntag gab es neue Meldungen, wonach sie mit ihrem Auto auf der falschen Straßenseite unterwegs gewesen war. Das meldet unter anderem der US-Sender CNN.

Die Verdächtige soll nach dem Vorfall das Land verlassen haben. Doch viele Briten wollen den Fall noch nicht als erledigt ansehen: Nun versprach Großbritanniens Premierminister Boris Johnson, er werde mit dem US-Botschafter in London sprechen. Die diplomatische Immunität, die eigentlich für die Abgesandten anderer Länder gilt, sei für diese Sache nicht vorgesehen, sagte Johnson. Die mutmaßliche Unfallfahrerin hätte diese nicht nutzen dürfen, um außer Landes zu kommen.

Die Frau solle freiwillig zurückkehren und sich den Ermittlungsbehörden stellen, forderte er in einem TV-Interview. "Wenn wir das nicht so lösen können, werde ich das Thema persönlich mit dem Weißen Haus besprechen".

Die Mutter des getöteten 19-Jährigen sagte: "Wenn sie hier geblieben wäre und sich uns gestellt hätte, hätte ich ihr vergeben können. Aber ihr das Abhauen zu verzeihen, das kann ich noch lange nicht."

vks/AP/Reuters

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insgesamt 27 Beiträge
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fatherted98 08.10.2019
1. Hier irrt.....
Johnson wieder mal....selbst wenn die Dame zurückkehrt, ist sie....auch bei krassem Fehlverhalten, von Strafverfolgung durch Diplomatenstatus geschützt. Sogar Drogenvergehen und organ. Kriminalität kann nicht verfolgt werden bei Diplomatenstatus. Das einzige was bliebe....wäre die Ausweisung.....dem ist die Dame ja schon zuvorgekommen. Ist halt so....auch bei uns wäre das nicht anders. Tipp....da die Dame namentlich bekannt ist....sprich in den USA auffindbar....könnten die Angehörigen einen Zivilprozess in den USA gegen sie anstreben....das hätte evtl. Aussicht auf Erfolg....und auch eine evtl. hohe monetäre Kompensation zur Folge....
smokiebrandy 08.10.2019
2. ... Freiwillige Rückkehr?
... wozu dann mit dem Weißen Haus sprechen? Wenn die Dame freiwillig zurückkehren soll , dann muss man mit der Person reden. Eine Auslieferung aus den USA wird es nicht geben...das ist von vornherein ausgeschlossen. Wenn die Diplomatengattin sich durch "Flucht" aus der Verantwortung gezogen hat, ist sie sich ihrer schweren Schuld allerdings durchaus bewusst. Sie wird kaum freiwillig in die Arme der britischen Justiz laufen...es sei denn es gibt schon vorher einen Deal... So oder so wird es keine entsprechende Strafe geben...
ronald1952 08.10.2019
3. Sollte es der Wahrheit
entsprechen so ist das Typisch USA. Passiert das in den USA das jemand Todgefahren wird so drohen sehr lange Haftstrafen aber so wie es sich um einen Amerikaner/in im Ausland handelt ist Er oder Sie für die dortigen Gerichte kauf angreifbar. Wie Armselig ist das doch! schönen Tag noch,
Korken 08.10.2019
4. Keine Chance
Sollte die Frau ebenso Diplomatenstatus haben - was nicht unbedingt sein muss - hat Boris keine Chance. Muss er noch lernen. Laut ihm sei für Verkehrsunfälle der Diplomatenstatus nicht da, tja, leider eben doch. Sieht man in Berlin ja fast täglich. Wenn sich Boris und Donni so gut verstehen würden die USA den Diplomatenstatus aufheben und die Dame nach Großbritannien ausliefern. Wird das geschehen? Wohl kaum. Brexit und Wirtschaft werden das schon übertönen, es sei denn, die britische Yellow Press bleibt da dran.
rheinrichs 08.10.2019
5. Die Feine Sahnegesellschaft flitzt, wenn's blitzt
"Übernimm Verantwortung, stehe zu deinen Fehlern etc. pp, dann wirst du auch etwas anständiges, z. b: Diplomat*in"
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