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22. Dezember 2017, 07:04 Uhr

Britischer Außenminister

Johnson wirft Russland Destabilisierung Europas vor

Schwerwiegende Vorwürfe - oder einfach nur lächerlich? Vor seinem Besuch in Moskau hat der britische Außenminister Johnson harte Anschuldigungen gegen die russische Regierung erhoben.

Am Freitag wird Boris Johnson auf seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen - schon vorher heizt der britische Außenminister die Stimmung zwischen Moskau und London zusätzlich auf. "Unsere Beziehung zu Russland kann nicht einfach weitergehen wie bisher, während Russland weiter versucht, europäische Staaten zu destabilisieren, inklusive der Ukraine", sagte er laut einem vorab veröffentlichten Statement.

Nichtsdestotrotz sei es wichtig für die internationale Gemeinschaft, dass weiter miteinander gesprochen werde, da die Konsequenzen von Missverständnissen schwerwiegend sein könnten. Sein Besuch in Russland, der erste eines britischen Außenministers seit fünf Jahren, komme zu einer schwierigen Zeit, heißt es in dem Statement weiter. "Aber wir müssen gemeinsam an Lösungen für die wichtigen globalen Herausforderungen arbeiten." Damit spielte er etwa auf den Iran-Deal und die Krise mit Nordkorea an.

Gelächter in Moskau

Im November hatte die britische Premierministerin Theresa May der russischen Regierung vorgeworfen, falsche Nachrichten zu verbreiten, um im Westen Zwietracht zu säen. Zudem habe sich Moskau auch in Wahlen eingemischt und ausländische Behörden gehackt, darunter das dänische Verteidigungsministerium und den deutschen Bundestag, sagte May.

Johnson hatte davor noch erklärt, es gebe keine Beweise dafür, dass Russland versucht habe, sich in die vergangene Parlamentswahl Großbritanniens oder die Brexit-Abstimmung von 2016 einzumischen. Moskau besteht darauf, bei der Wahl zur Abspaltung Großbritanniens von der EU eine neutrale Haltung eingenommen zu haben.

Zu dem neuesten Statement des britischen Außenministers sagte die russische Regierungssprecherin Maria Zakharova, es habe in Moskau lediglich Gelächter hervorgerufen. Es lohne nicht, sich darüber Gedanken zu machen.

vks/Reuters

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