Manipulierter BBC-Artikel Faktenchecker entlarvt Falschmeldung der Tories auf Facebook

Die Partei von Premier Boris Johnson hat Werbung bezahlt, die einen Artikel der BBC auf Facebook falsch darstellt. Der Text rückt die Regierung in ein besseres Licht, als sie verdient.

Screenshot des Werbeartikels:
Twitter/ BBC

Screenshot des Werbeartikels:


Seit Anfang September zahlt die konservative Partei Großbritanniens offenbar für Anzeigen auf Facebook, die eine Falschmeldung wiedergeben. Das hat die Organisation Full Fact herausgefunden, die nach Falschinformationen in dem sozialen Netzwerk sucht. In dem ursprünglichen BBC-Artikel des Journalisten Sean Coughlan geht es um die Staatsausgaben für das Bildungswesen - die Anzeige hat aber den Titel des Artikels verändert.

Die Anzeige titelt: "14 Milliarden Pfund Unterstützung für Schulen". Sie nutzt dasselbe Foto wie der originale Text - und auch das Logo der BBC. Eigentlich hatte der Journalist in seinem Artikel die Glaubwürdigkeit der Zahl von 14 Milliarden Pfund angezweifelt. In einem Twitter-Post erklärte er den Vorfall.

Im Artikel hieß es, die Ausgaben von 14 Milliarden würden "die Regierung großzügiger wirken lassen, als sie tatsächlich ist".

Ein Sprecher der BBC sagte, der TV-Sender werde sich des Themas annehmen. Auch Facebook will sich weiter damit befassen.

Full Fact gab an, die Werbung sei zwischen 220.000- und 510.000-mal gesehen worden. Die Organisation hatte sich gezielt Onlinewerbung vor einer möglichen Neuwahl in Großbritannien angesehen. Boris Johnson war mit dem Versuch bislang gescheitert.

mfh/Reuters



insgesamt 30 Beiträge
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sunshine422 14.09.2019
1. Wundert das wirklich
Ist heute auf allen Medien heute das Selbe. SPON ist da ja oft nicht besser. Meldungen einfach weg lassen ist genau so Fake. Nur wenn es Johnson tut ist es böse und ja ich finde es auch richtig dumm. Nur auf der anderen Seite, als zum Beispiel Salvini noch im Amt war, war täglich von ihm zu lesen, wie er die armen NGO ärgert. Und jetzt ist er weg u d was das Anlegen der Schiffe angeht, hat sich auch unter der neuen Regierung nichts geändert. Wir darüber berichtet rsp täglich? Nein , kaum mehr. Höchstens eine Randnotiz, aber man möchte ja nicht eine genehme Partei kritisieren. Also alle sind Heuchler und Betrüger, wenn man es mal versucht aus der Distanz zu sehen. Aber wie so oft, bei den Anderen einfordern, aber selber auch so handeln. Ist kein Vorwurf, ist menschlich.... die Frage ist, wie kann man da von einer journalistischen Leistung sprechen?
Niteftef 14.09.2019
2. Lügner sollten keine Politiker sein
Lügen sollte ein absoluter Dealbreaker sein. Wenn ich herausfinden würde, dass meine gewählten Politiker mich mit so einer absichtlichen Fälschung zu täuschen versuchen, dann würden sie meine Stimme bei der nächsten Wahl sicherlich nicht mehr bekommen.
grotefend 14.09.2019
3. Interessant...
in Zwei-Parteien-Systemen findet der Populismus innerhalb der großen Parteien statt. In Mehr-Parteien-Systemen bilden sich neue Gruppierungen. Aber erschreckend finde ich es, wie schnell große und etablierte Parteien wie die Tories von Spinnern eingenommen werden können.
radlrambo 14.09.2019
4. Die AfDisierung der Torries hat begonnen
wer braucht schon die Wahrheit, wenn man sich seine eigenen Statistiken erstellen und Presse selber machen kann. Die Realität und die Presse nervt da nur. Leider hat die Sache einen kleinen Haken. Der blonde Boris, glaub ich, weiß mittlerweile was ich damit meine...
vothka 14.09.2019
5.
Wo ist denn nun die Fakenews? Aus dem Artikel geht doch gar nichts hervor. Warum ist die Zahl falsch? Welche ist denn richtig? Wenn man sich die mal ansieht steht da 7Mrd über 3Jahre - also 14 dann über 6? Warum ist das so unglaubwürdig und wer hat wann was bewiesen?
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