Großbritannien Geheimdienst warnt vor Terroranschlägen

Der britische Geheimdienst geht davon aus, dass derzeit bis zu 30 größere Terroranschläge im Land geplant werden. Der MI5 beobachtet derzeit rund 1600 Verdächtige. Viele von ihnen sollen Verbindungen zur Qaida in Pakistan haben.


London - Die künftigen Bedrohungen könnten auch den Einsatz von Chemikalien oder von Atomtechnologie umfassen, sagte die Chefin des Geheimdienstes MI5, Eliza Manningham-Buller, der BBC zufolge. Junge britische Muslime würden auf einen Einsatz als Selbstmordattentäter vorbereitet.

Ihre Mitarbeiter seien etwa 1600 Verdächtigen auf der Spur. Die meisten von ihnen seien in Großbritannien geboren und unterhielten Kontakte zur Qaida. Aus so genannten Märtyrer-Videos gehe hervor, dass Selbstmordattentäter ihre Motivation zum Teil durch die als anti-islamisch empfundene britische Außenpolitik bezögen, sagte Manningham-Buller. Insbesondere betreffe dies das Engagement Großbritanniens im Irak und in Afghanistan.

Im vergangenen Jahr waren bei Anschlägen von Selbstmordattentätern auf das Londoner Nahverkehrssystem 52 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden. Seitdem habe der MI5 fünf größere Attacken vereitelt, sagte Manningham-Buller.

ler/Reuters/AP



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