Großbritannien Iraker muss wegen Anschlagsversuchen für 32 Jahre in Haft

Er plante spektakuläre Bombenanschläge in London und Glasgow - jetzt muss der Iraker Bilal Abdullah für mindestens 32 Jahre ins Gefängnis. Das Gericht nannte den 29-jährigen Arzt einen "religiösen Extremisten und Fanatiker".

London - Mit Nägeln, Gasflaschen und Benzinkanistern beladene Autos sollten die tödliche Wucht entfalten: Dies waren die Zutaten, mit denen der Iraker Bilal Abdullah im vergangenen Jahr spektakuläre Anschläge in London und Glasgow plante. Der Terrorplot schlug fehl, jetzt wurde der 29-jährige Arzt zu mindestens 32 Jahren Haft verurteilt.

Ein Gericht im Süden Londons verhängte am Mittwoch eine zweifache lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen Verschwörung zu den Anschlägen vom Juni 2007. Der Richter Colin Crichton Mackay nannte Abdullah einen "religiösen Extremisten und Fanatiker". Durch seine radikalen Ansichten sei er weiterhin eine Bedrohung für die Gesellschaft.

Abdullah hatte sich in dem Prozess als "Terroristen" bezeichnet, warf jedoch auch der britischen Regierung wegen der Beteiligung am Irak-Krieg Terrorismus vor. Die Geschworenen hatten Abdullah am Dienstag für schuldig befunden.

Der in Großbritannien aufgewachsene Sohn irakischer Einwanderer hatte als Beifahrer in einem mit Gaskanistern und Sprengstoff beladenen Geländewagen gesessen, der am 30. Juni 2007 in den Haupteingang des Glasgower Flughafens gerast war. Der Wagen wurde damals von Pollern gestoppt und ging in Flammen auf, der Sprengstoff explodierte jedoch nicht. Abdullahs indischer Komplize Kafeel Ahmed kam dabei ums Leben.

Am Vortag hatte die Polizei in einem belebten Touristenviertel in London zwei mit Gasflaschen, Nägeln und Benzin präparierte Autos entdeckt. Nach Angaben der Ermittler verhinderten technische Probleme bei der Fernzündung per Mobiltelefon die Katastrophe. Abdullah hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und vor Gericht erklärt: "Ich liebe England."

hen/AFP/Reuters