Großbritannien Parlament befürwortet "Klimanotstand"

Klimaaktivisten protestieren vor dem Parlament in London
Foto: Henry Nicholls/ REUTERSDas britische Parlament hat für das Ausrufen eines "Klimanotstands" votiert. Der Beschluss wurde ohne Gegenstimmen angenommen, ist aber nicht bindend für die Regierung. Dennoch bezeichnete Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei den Beschluss als "Riesenschritt vorwärts", der eine "Welle des Handelns von Parlament und Regierungen weltweit" auslösen könne. Seinen Angaben zufolge ist es weltweit das erste Mal, dass ein Parlament einen solchen Schritt unternimmt.
Auf dem Parliament Square in London hatten sich am Mittwochabend Hunderte Menschen mit Fahnen und Spruchbändern versammelt. Die Demonstranten, eine Allianz von Umweltschützern und der Labour-Graswurzelbewegung "Momentum", forderten, dass Großbritannien auch offiziell einen "Klimanotstand" ausrufen müsse.
Sowohl die Schüleraktivisten von "School Strike for Climate" als auch die Umweltschützer der Bewegung "Extinction Rebellion" hatten sich der Kundgebung angeschlossen. "Momentum" gilt als schlagkräftige Bewegung, die den Altlinken Corbyn ins Amt des Labour-Chefs katapultierte. Die Demonstration am Mittwoch war die erste Kooperation zwischen den drei Bewegungen.
Von "Extinction Rebellion" hieß es nun, der Parlamentsbeschluss sei ein "erster Schritt", dass die Regierung die Wahrheit über die Klima- und Umweltproblematik sage. Die prominente Klimaaktivistin Greta Thunberg schrieb bei Twitter von "historischen und sehr hoffnungsvollen Nachrichten". Nun müssten andere Länder folgen - und aus Worten müssten Taten werden.
Auch die deutsche Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer kommentierte den Beschluss des britischen Parlaments bei Twitter: "Proteste wirken: Als erstes Land weltweit hat Großbritannien den Klimanotstand ausgerufen." Das ebne den Weg für schnelle Maßnahmen und konsequenten Klimaschutz. Die große Frage sei nun, wann Deutschland die Krise wie eine Krise behandle.