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17. März 2018, 18:10 Uhr

Fall Skripal

Großbritannien rät Exil-Russen zur Vorsicht

Sind die Giftattacke auf Ex-Spion Skripal und der mysteriöse Mord an einem russischen Geschäftsmann erst der Anfang? Laut BBC hat die britische Polizei mehrere Exil-Russen kontaktiert und zur Vorsicht ermahnt.

Nach dem Mord am russischen Kreml-Kritiker und Geschäftsmann Nikolai Gluschkow hat die Polizei in Großbritannien offenbar eine Reihe von Exil-Russen kontaktiert und ihnen zur Vorsicht geraten. Das berichtet der Sender BBC.

Ein Zusammenhang zwischen dem Tod Gluschkows und der Nervengiftattacke gegen den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und desen Tochter Yulia sei aber nach wie vor nicht nachweisbar, berichtet der Sender weiter.

Die Regierung in London bezichtigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Drahtzieher des Attentats auf Skripal zu sein. Die Entscheidung sei "höchstwahrscheinlich" von Putin selbst getroffen worden, sagte der britische Außenminister Boris Johnson am Freitag.

Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. "Jeder Verweis oder eine Erwähnung unseres Präsidenten in diesem Zusammenhang ist eine unverzeihliche Verletzung der diplomatischen Anstandsregeln", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

Gewaltspuren an Gluschkows Hals

Die Fälle Skripal und Gluschkow sind durchaus verschieden. Der 68-jährige Gluschkow war am vergangenen Montag tot in seinem Haus in London entdeckt worden. Bei den Ermittlungen zu seinem Tod fanden Rechtsmediziner Gewaltspuren an seinem Hals.

Gluschkow hatte für die russischen Großkonzerne Avtovaz und Aeroflot gearbeitet. 2004 war er in seiner Heimat zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ihm werden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. 2010 erhielt Gluschkow in Großbritannien Asyl.

Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie befinden sich in einem kritischen Zustand.

Bei dem Attentat war das in der früheren Sowjetunion produzierte, extrem gefährliche Nervengift Nowitschok verwendet worden. London hält daher Moskau für schuldig.

23 russische Diplomaten ausgewiesen

Die britische Regierung hatte nach dem Attentat auf Skripal und dessen Tochter unter anderem die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten angeordnet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte daraufhin, dass Moskau seinerseits britische Diplomaten ausweisen werde.

Das für den Anschlag auf Skripal verwendete Nervengift könnte nach einem Medienbericht im Koffer von dessen Tochter versteckt gewesen sein. Davon gingen Geheimdienstkreise aus, berichtet die britische Zeitung "The Daily Telegraph" ohne eine eindeutige Quelle zu nennen.

Die extrem gefährliche Substanz Nowitschok sei bei einem Aufenthalt von Yulia Skripal in Moskau heimlich in ihrem Koffer deponiert worden, hieß es. Als die Tochter anschließend den Vater in England besucht habe, soll sie das Gift dem Bericht nach unwissentlich freigesetzt haben.

Nato beschuldigt Moskau

In seltener Geschlossenheit stellten sich Deutschland, Frankreich und die USA hinter Großbritannien. Am Freitag sicherten laut Downing Street Italien und Australien in Telefongesprächen ebenfalls ihre Rückendeckung zu. Auch die Nato hat nach eigenen Angaben keine Zweifel daran, dass Moskau für den Anschlag verantwortlich ist.

Die russische Ermittlungsbehörde in Moskau leitete unterdessen Ermittlungen wegen versuchten Mordes an Yulia Skripal ein. Die Behörde sei zur Zusammenarbeit mit der britischen Polizei bereit. Yulias Vater Sergej wurde nicht erwähnt.

ssu/dpa

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