Trotz britischer Kinder Großbritannien schiebt Mutter ab - nach 27 Jahren Ehe

Die britischen Behörden haben eine 53 Jahre alte Frau abgeschoben, gegen den Protest ihres britischen Ehemanns und der beiden Kinder. Grund: Irene Clennell hatte ihre sterbenden Eltern zu lange in Singapur gepflegt.
Irene Clennell

Irene Clennell

Foto: action press/ REX/ Shutterstock /

Irene Clennell wurde vor 53 Jahren in Singapur geboren, hat aber die meiste Zeit ihres Lebens in Großbritannien verbracht: 1988 war sie in das Vereinigte Königreich übergesiedelt, zwei Jahre später heiratete sie ihren britischen Ehemann John. Das Paar hat zwei Kinder und ein Enkelkind.

Seit Sonntag aber liegen fast 11.000 Kilometer zwischen Irene Clennell und ihrer Familie. Die britischen Behörden haben sie in einen Flieger nach Singapur gesetzt und abgeschoben, mit gerade einmal zwölf Pfund in der Tasche. Ob und wann Irene zurückkehren kann, ist offen.

Von Kindern und Ehemann musste sie sich am Telefon verabschieden. Der Nachrichtenseite "BuzzFeed" sagte Clennell, sie sei "in Tränen aufgelöst gewesen, viel sagen konnte ich nicht. Sie sind heute morgen gekommen, um mich zu holen, und sagten, sie hätten mir bereits eine Chance gegeben. Jetzt bin ich im Flugzeug. Vier Leute bringen mich nach Singapur. Ich weiß nicht, was ich tun werde, wenn ich lande." Sie habe ihre Schwester vor Ort angerufen, die könne sie aber auch nicht unterbringen.

Irene Clennell hatte nach ihrer Heirat vor fast drei Jahrzehnten eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis für Großbritannien erhalten. Laut einem Bericht der britischen Zeitung "Guardian" erfordert die Regelung allerdings, dass der britische Ehepartner jährliche Einnahmen von mindestens 18.600 Pfund nachweisen kann  - und lange Zeitspannen, in denen sich das Paar ununterbrochen in Großbritannien aufgehalten hat.

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Das Problem: Das Paar hat in der Vergangenheit längere Zeit in Singapur verbracht, um sich um die kranken Eltern von Irene Clennell zu kümmern. Nach deren Tod kehrte die Familie nach Großbritannien zurück. Im vergangenen Jahr lief dann Irene Clennells letztes Besuchervisum ab. Seit Januar befand sich Irene Clennell in einer Arrest-Einrichtung in Schottland. Von dort wurde sie abgeschoben.

Ehemann John Clennell soll laut britischen Medien krank sein. Seine Frau habe ihn gepflegt. Das Vorgehen der Behörden empört ihn. Die Abschiebung sei nicht zufällig an einem Sonntag erfolgt, sondern "Absicht, damit wir keinen Anwalt anrufen konnten oder uns an ein Gericht wenden".

Ein Sprecher des Innenministeriums äußerte sich nur allgemein: Eingaben von Antragstellern für einen Verbleib in Großbritannien würden "geprüft gemäß ihrer Verdienste und in Übereinstimmung mit den Einwanderungsregeln. Wir erwarten, dass alle gehen, die kein Recht haben, im Land zu bleiben."

beb