"Ultimative Absicherung" Großbritannien beschließt Erneuerung seiner Atom-U-Boote

Großbritannien will seine U-Boot-Flotte mit nuklearer Bewaffnung durch neuere Modelle ersetzen. Die Parlamentsabstimmung darüber zeigt erneut den tiefen Riss, der durch die Labour-Partei geht.

Theresa May
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Theresa May


Großbritannien setzt weiterhin auf nukleare Abschreckung: Mit großer Mehrheit stimmte das Parlament in London am Montagabend für die Erneuerung der mit Nuklearwaffen bestückten U-Boot-Flotte des Landes. Nach einer stundenlangen Debatte im Parlament votierten 472 Abgeordnete für das 31 Milliarden Pfund (37 Milliarden Euro) teure Rüstungsprogramm und 117 Abgeordnete dagegen.

Die Abstimmung offenbarte erneut den Riss, der durch die britische Labour-Partei geht: Während sich Labour-Chef Jeremy Corbyn gegen eine Erneuerung der U-Boot-Flotte aussprach, stimmte die Mehrheit seiner Fraktion für das Rüstungsprogramm.

Die konservative Premierministerin Theresa May sagte bei der Parlamentsdebatte, die atomare Abschreckung sei "zentraler Teil der nationalen Sicherheit und Verteidigung" Großbritanniens. "Wir können unsere ultimative Absicherung nicht aufgrund eines unangebrachten Idealismus aufgeben. Das wäre ein waghalsiges Glücksspiel", sagte May. Gegnern der atomaren Bewaffnung warf sie vor, "die Feinde des Landes" zu verteidigen.

Labour-Chef Corbyn forderte dagegen die Abrüstung des britischen Atomwaffenarsenals und bezeichnete nukleare Abschreckung als "Drohung mit Massenmord" - zum Unmut vieler seiner Fraktionskollegen. Corbyn steht bereits seit Wochen unter großem Druck in der eigenen Fraktion (mehr zur offenen Revolte gegen Corbyn lesen Sie hier).

HMS-Vanguard-U-Boot der Royal Navy (Archivbild)
REUTERS

HMS-Vanguard-U-Boot der Royal Navy (Archivbild)

Die britische U-Boot-Flotte zur nuklearen Abschreckung besteht aus vier U-Booten der Vanguard-Klasse. Jeweils eines der Schiffe befindet sich seit 1969 ständig auf hoher See. Im Falle eines atomaren Angriffs auf das Vereinigte Königreich stünden die mit nuklearen Sprengköpfen bestückten Raketen für einen Vergeltungsschlag zur Verfügung. Die Schiffe sollen nun nach und nach durch Nachfolgermodelle ersetzt werden.

aar/dpa

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