Großbritannien Straw nennt Militärschlag gegen Iran "unvorstellbar"

Großbritanniens Außenminister Jack Straw setzt im Atomkonflikt mit Teheran weiter auf eine friedliche Lösung. Einen Militärschlag gegen Iran bezeichnete er als unvorstellbar.


Brighton - Zwar habe die US-Regierung einen Angriff nicht ausgeschlossen, räumte Straw heute in einem Interview mit dem Radiosender BBC ein. "Aber das liegt nicht auf dem Tisch, es steht nicht auf der Agenda. Ich halte es für unvorstellbar", sagte Straw. Er hoffe nach wie vor, dass sich der Konflikt um das iranische Atomprogramm auf diplomatischem Wege lösen lasse.

Großbritannien, Deutschland und Frankreich verhandeln im Auftrag der EU mit Teheran über einen Verzicht auf Teile seines Atomprogramms. Nach einer Iran-kritischen Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die am Samstag auf Vorschlag der EU verabschiedet wurde, hat sich der Ton zwischen den beiden Parteien verschärft. Gestern drohte Teheran, die Anreicherung von Uran wieder aufzunehmen und keine Uno-Inspektionen seiner Atomanlagen zulassen, wenn die IAEA ihre Resolution nicht ändere.

Heute sprach sich das iranische Parlament mit großer Mehrheit für die Kündigung des Zusatzprotokolls des Atomwaffensperrvertrags aus, das unangemeldete Kontrollen von Nuklearanlagen ermöglicht. Mehr als 70 Prozent der Abgeordneten stimmten für den Entwurf, der noch von einer Kommission und dem senatsähnlichem Wächterrat bestätigt werden muss.



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