Premierministeramt Jeremy Hunt kämpft in Tory-Urwahl gegen Boris Johnson

Die Tory-Fraktion hat entschieden: Boris Johnson und Jeremy Hunt nehmen als letzte verbliebene Kandidaten für den Parteivorsitz an der Urwahl teil. Der Sieger wird zugleich Großbritanniens nächster Premier.

ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May liegt der erklärte Brexit-Befürworter Boris Johnson auch in der fünften und letzten Auswahlrunde deutlich vorn. Der frühere Außenminister vereinigte 160 Stimmen auf sich.

Auf den zweiten Platz kam der derzeitige Außenminister, Jeremy Hunt, mit 77 Stimmen. Umweltminister Michael Gove schied als Drittplatzierter aus. Er kam auf 75 Stimmen.

Zwischen Johnson und Hunt sollen jetzt die rund 160.000 Parteimitglieder bis Ende Juli per Briefwahl als neuen Vorsitzenden bestimmen. Dieser übernimmt auch den Posten des Regierungschefs. Johnson hatte beim Brexit zuletzt eine harte Haltung gegenüber der Europäischen Union (EU) angekündigt.

In der vorangegangenen Abstimmung hatte Gove noch knapp vor Hunt auf Platz zwei gelegen. Dabei war Innenminister Sajid Javid ausgeschieden.

Johnson bleibt klarer Favorit

Im Duell gegen Hunt gilt Johnson als klarer Favorit. Der frühere Bürgermeister von London ist einer der umstrittensten Politiker Großbritanniens. Allerdings ist er vor allem an der Tory-Basis besonders beliebt.

Johnson hat sich in den vergangenen Jahren beim EU-Austritt als Hardliner inszeniert. Die Brexit-Ultras in den Reihen der Tories versprechen sich von ihm, dass er Großbritannien zum 31. Oktober aus der Europäischen Union führt, ob mit Austrittsabkommen oder ohne. Johnson kokettiert durchaus mit einem radikalen Brexit, doch er hütete sich bislang, irgendwelche Garantien öffentlich abzugeben.

Hunt steht dagegen für einen etwas moderateren Kurs. Er würde den Brexit notfalls erneut aufschieben, wenn eine Einigung mit Brüssel unmittelbar bevorsteht.

asa/kev/Reuters

insgesamt 14 Beiträge
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hausfeen 20.06.2019
1. Egal ob Boris oderJeremy - an der Dead End Lage ...
... wird sich nichts ändern. Oder sollte May gar in den letzten Atemzügen ihrer Regentschaft den Antrag noch zurück ziehen, um dem Nachfolger einen neuen Antrag aufzubürden?
chilischweiz 20.06.2019
2. Wer zahlt...
... den BREXIT? in der EU an erster Stelle Deutschland, sowohl finanziell als auch politisch. Und das sollte in den Hinterzimmern der Brüssler Macht bei der Diskussion möglicher Antworten auf Boris Johnson auch klar zum Ausdruck gebracht werden. Vielleicht ist der BREXIT ja ein guter Anlass, über europäischen Anspruch und europäische Wirklichkeit einmal Klartext zu reden.
heinrichzwahlen 20.06.2019
3. Die Engländer
folgen wie so oft den Amis und wählen einen populistischen Schnorrer der nicht liefern kann.
sgrettche 20.06.2019
4. 160:152
77 + 75 = 152, also hat doch knapp die Hälfte gegen den großen Zampano gestimmt. Von daher wird es vielleicht doch noch mal spannend.
pharloff 20.06.2019
5. @ chilischweiz
Sie vergessen etwas: nämlich die Frage, was das kleinere Übel ist. Die Forderungen, die UK aufstellt, lauten: volle Rechte bei null Pflichten. Damit verlöre die EU ihre Existenzberechtigung, was folglich ihr Ende wäre. DAS wiederum käme nicht nur Deutschland noch viel teurer. Ergo: keinen Millimeter weiter Entgegenkommen!
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