Großbritannien Unterhaus lehnt Parlamentspause für Tory-Parteitag ab

Für den britischen Premier Johnson ist es die nächste Pleite: Seine Regierung wollte die Arbeit des Unterhauses während des Tory-Parteitags für drei Tage unterbrechen - aber der Antrag wurde im Parlament kassiert.

Das Parlament in London am Mittwoch, an dem es zu heftigen Wortwechseln kam
Jessica Taylor/ House of Commons/ AP

Das Parlament in London am Mittwoch, an dem es zu heftigen Wortwechseln kam


Boris Johnsons Niederlagenserie im Parlament setzt sich fort: Die Opposition hat einen Antrag der Regierung abgeschmettert, wegen des Tory-Parteitags eine dreitägige Parlamentspause einzulegen.

Die Abgeordneten stimmten mit 306 zu 289 gegen die Sitzungsunterbrechung: Die Tory-Regierung hatte vor, von Montag bis Mittwoch kommender Woche wegen ihres Parteitags nicht zu tagen. Johnson konnte seit seinem Amtsantritt Ende Juli noch keine einzige Abstimmung gewinnen.

Der Tory-Parteitag in Manchester beginnt bereits am Sonntag. An dem Termin soll festgehalten werden. Unklar war aber, ob die Rede Johnsons zum Abschluss am Mittwoch wie geplant stattfindet oder noch verschoben werden soll.

Das Parlament war erst an diesem Mittwoch wieder zusammengetreten. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof in einem historischen Urteil eine von Johnson auferlegte Zwangspause aufgehoben. Regierung und Opposition hatten sich einen erbitterten Schlagabtausch geliefert.

Das Unterhaus ist tief gespalten in die Unterstützer des Regierungschefs, der einen EU-Austritt am 31. Oktober unter allen Umständen durchsetzen will - und den Gegnern eines ungeregelten Austritts.

mst/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.