Glückwunsch zur Wahl Trump bietet Briten Handelsabkommen an

Es ist ein klarer Sieg für Boris Johnson und für Donald Trump ein Grund zur Freude. Der US-Präsident stellt den Briten einen Handelsdeal nach dem Brexit in Aussicht - und kann sich einen Seitenhieb auf die EU nicht verkneifen.
US-Präsident Donald Trump nach der Großbritannien-Wahl: "Celebrate Boris!"

US-Präsident Donald Trump nach der Großbritannien-Wahl: "Celebrate Boris!"

Foto: Tom Brenner/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat dem britischen Premier Boris Johnson zum Wahlerfolg gratuliert. Es sei ein großartiger Sieg für den konservativen Regierungschef, schrieb Trump auf Twitter. "Celebrate Boris!", so die Aufforderung Trumps.

Grund zum Feiern ist aus Sicht des Präsidenten nicht nur der klare Sieg der Tories bei den Wahlen zum britischen Unterhaus, sondern auch ein mögliches Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien. "Großbritannien und den Vereinigten Staaten steht es nun frei, einen gewaltigen neuen Handelsdeal nach dem Brexit abzuschließen", schrieb Trump.

Gekoppelt an diese Verheißung: ein Seitenhieb Richtung Europäische Union. Das Abkommen zwischen den beiden Ländern habe das Potenzial, viel größer und lukrativer zu werden als jeder Deal, der mit der EU geschlossen werden könnte.

Nach Auszählung von mehr als 600 der 650 Wahlkreise ist klar: Johnsons Tories haben mindestens 326 Sitze errungen - und damit die absolute Mehrheit im Parlament. Das ermöglicht es Johnson, sein mit der EU ausgehandeltes Brexit-Abkommen zügig vom Unterhaus verabschieden zu lassen. Er könnte damit Großbritannien bis zum Ablauf der Frist am 31. Januar aus der EU führen. Johnson bezeichnete das Ergebnis als "klares Mandat" für seinen Brexit-Kurs.

Trump hatte den Briten in der Vergangenheit wiederholt ein Handelsabkommen mit den USA für die Zeit nach dem Austritt aus der EU in Aussicht gestellt. Auch in Großbritannien hoffen viele darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren.

Im Video: Boris Johnson sieht freie Bahn für den Brexit

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Trump hatte sich schon Ende Oktober für Johnson ausgesprochen. Noch vor dem offiziellen Beginn des Wahlkampfs riet er den Briten davon ab, für Johnsons Herausforderer zu stimmen, den Labour-Chef Jeremy Corbyn. Dieser wäre "so schlecht für euer Land", sagte Trump in der Radiosendung seines Freundes Nigel Farage, des Chefs der Brexit-Partei. "Boris" hingegen bezeichnete Trump als "fantastischen Mann", zu dem er eine "großartige" Beziehung habe.

Kurz vor dem Nato-Gipfel in London Anfang Dezember legte Johnson Trump aber nahe, sich mit seiner Meinung zum Urnengang in Großbritannien zurückzuhalten. Es wäre besser, wenn sich Trump bei seinem anstehenden Besuch in London nicht zur Wahl äußere, sagte der Premier in einem Interview. Die USA und Großbritannien mischten sich als Verbündete traditionell nicht in die Wahlkämpfe des jeweils anderen ein, sagte Johnson.

asa