Ukip-Chef Nigel Farage tritt vom Rücktritt zurück

Die Chefpersonalie bei den britischen Europaskeptikern nimmt skurrile Züge an. Erst gibt Ukip-Boss Nigel Farage sein Amt auf, jetzt lehnt seine Partei den Rücktritt ab - und alles bleibt beim Alten.
Ukip-Chef Farage: Seine Partei will nicht von ihm lassen

Ukip-Chef Farage: Seine Partei will nicht von ihm lassen

Foto: JUSTIN TALLIS/ AFP

Politische Rolle rückwärts: Nigel Farage hatte vor der Unterhauswahl am Donnerstag erklärt, er werde seinen Chefposten bei der UK Independence Party (Ukip) verlassen, sollte er den Sitz im Unterhaus nicht bekommen. So geschah es dann am Freitag: Er erreichte im Wahlkreis Thanet South keine Mehrheit - und erklärte seinen Rücktritt. Das will seine Partei nun jedoch nicht akzeptieren, also zieht Farage seinen Rücktritt wieder zurück.

"Mr. Farage hat seinen Rücktritt zurückgenommen und wird der Anführer der Ukip-Partei bleiben", sagte sein Parteikollege Steve Crowther. Demnach wollten die Ukip-Mitglieder nicht, dass Farage die Partei verlässt. Die Forderung, dass er bleibt, sei in der Parteispitze einstimmig gefallen. Farage habe sich überzeugen lassen.

Die Wahlkampagne sei ein großer Erfolg gewesen, heißt es in dem Statement, das auch Farage selbst auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte : "Wir haben mit einer positiven Kampagne gekämpft und mit einem sehr guten Parteimanifest." Angesichts des anstehenden Referendums zum möglichen britischen Ausstieg aus der EU ("Brexit") brauche die Ukip ihr bestmögliches Team.

Am Freitag hatte Farage ein Comeback bereits nicht ausgeschlossen: Der Ukip-Veteran hatte angekündigt, er könnte seine Rücktrittsentscheidung im Sommer noch einmal überdenken.

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Wahlschlappe für Eurokritiker Ukip: Nigel Farage tritt ab

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Nach Prozentpunkten erreichten die Europakritiker zwar mehr als zwölf Prozent der Stimmen. Durch das Mehrheitswahlrecht, wonach nur der Gewinner eines Wahlkreises ins Parlament zieht, bringt ihnen das jedoch nicht entsprechend viele Abgeordnete in Westminster. Allein Douglas Carswell konnte seinen Sitz verteidigen.

vek/Reuters
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