Großbritannien Wieder geheime Regierungspapiere im Zug gefunden

Regierungsbeamte in Großbritannien scheinen überlastet oder von Natur aus vergesslich zu sein: Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sind Geheimpapiere in einem Londoner Zug gefunden worden. Diesmal enthielten sie Informationen über Terrorfinanzierung und Internet-Betrug.


London - Zum zweiten Mal in einer Woche sind Geheimunterlagen der britischen Regierung in einem Zug hinterlassen worden. Der Redaktion von "The Independent on Sunday" seien die Regierungsdokumente übergeben worden, berichtete die Zeitung am Sonntag. Die Dokumente seien am Mittwoch in einem Zug gefunden worden, der am Londoner Waterloo-Bahnhof endete.

In den neuen Akten sollen Details zu Manipulationsmöglichkeiten von Banksystemen zur illegalen Finanzierung von Massenvernichtungswaffen im Iran stehen. Ebenso würden Methoden zur Finanzierung von Terroristen und zum betrügerischen Missbrauch des internationalen Zahlungssystems im Internet offengelegt. Auch Notizen für ein Treffen am Sitz von Finanzminister Alistair Darling in der kommenden Woche seien dabei gewesen.

Einzelheiten wollte die "The Independent on Sunday" aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlichen. Die Zeitung habe die Papiere wieder an das Finanzministerium zurückgegeben. Das Ministerium äußerte sich "sehr besorgt" über die Datenpanne und kündigte Ermittlungen an.

Erst am Dienstag waren der britischen Rundfunkgesellschaft BBC Geheimdokumente über das Qaida-Netzwerk von Osama bin Laden und die irakischen Sicherheitskräfte übergeben worden, die in einem Londoner Pendlerzug gefunden worden waren. Der mutmaßlich verantwortliche Beamte wurde umgehend vom Dienst suspendiert, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte.

In den vergangenen Monaten musste die britische Regierung mehrmals schwere Pannen im Umgang mit vertraulichen Informationen einräumen, unter anderem über Kindergeldzahlungen an 25 Millionen Bürger.

abl/AFP/dpa



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