Flüchtlinge Großbritannien will Asylbewerbern die Unterstützung kürzen

Großbritannien setzt seinen harten Kurs gegen Flüchtlinge fort. Der neueste Plan: Finanzielle Leistungen für abgelehnte Asylbewerber sollen gekürzt werden. Das Vorhaben könnte Tausende Familien betreffen.

Flüchtlinge in Calais: Tausende wollen nach Großbritannien
AP/dpa

Flüchtlinge in Calais: Tausende wollen nach Großbritannien


Fast jeden Tag gibt es neue Ideen aus Großbritannien zum Umgang mit den Flüchtlingen. Meist eint sie ein Ziel: Asylbewerber sollen abgeschreckt werden. Zuletzt hatte die britische Regierung den Vorschlag ins Spiel gebracht, Einwanderern den Zugang zum Wohnungsmarkt zu erschweren. Nun soll es ans Geld gehen: Laut britischen Medienberichten könnte Menschen, deren Asylanträge abgelehnt wurden, bald die finanzielle Unterstützung gekürzt werden.

Einwanderungsminister James Brokenshire sagte demnach, man müsse jenen, die kommen wollen, zeigen, dass Großbritannien kein Land sei, in dem "Milch und Honig" fließe. Aus dem Kabinett hieß es, das System dürfe kein falscher Ansporn für illegale Einwanderer sein, ihren Aufenthalt zu verlängern. Ein offizielles Diskussionspapier mit Details zu den Plänen soll heute vorgestellt werden.

Seit Wochen spitzt sich die Lage vor allem im nordfranzösischen Calais zu. Tausende Flüchtlinge versuchen Tag für Tag von dort durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Dabei gab es bereits mehrere Todesfälle. London will nun jenen, denen die Reise gelingt, den Aufenthalt erschweren. Ein neues Einwanderungsgesetz soll nach der Sommerpause beraten werden.

Den Berichten zufolge wären Tausende Familien betroffen. Laut "Guardian" ist vorgesehen, von der automatischen Unterstützung abzurücken und auf Einzelfallentscheidungen zu setzen. Dadurch wäre es möglich, härter durchzugreifen. Bislang erhalten über 10.000 abgelehnte Asylbewerber und deren Familien, die von Armut und Obdachlosigkeit bedroht sind, Hilfen. Sie bekommen eine Unterkunft und eine wöchentliche Zahlung.

Flüchtlingsorganisationen kritisieren die Kürzungspläne. Die Regierung sei verpflichtet, alle Kinder im Land zu schützen, teilte der Refugee Council mit.

kev

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