Großbritannien Zwei Soldaten sterben bei Auswahltraining für Eliteeinheit

Die beiden britischen Soldaten wollten offenbar in eine Eliteeinheit aufgenommen werden. Bei einem Auswahltest in Wales brachen sie aber zusammen - Medienberichten zufolge starben sie an Erschöpfung. Ein dritter Mann liegt noch im Krankenhaus.

Militärübung der britischen Arnee in Wales (Archiv): Soldaten setzen sich massiv unter Druck
Corbis

Militärübung der britischen Arnee in Wales (Archiv): Soldaten setzen sich massiv unter Druck


London - Knapp 30 Grad Celsius heiß soll es gewesen sein, als eine Gruppe britischer Soldaten ihr Auswahltraining in den Brecon-Beacons-Bergen im südlichen Wales absolvierte. Zwei Männer brachen Medienberichten zufolge wegen Erschöpfung am Samstag zusammen, wenig später waren sie tot.

Ob Erschöpfung der Grund für den Zusammenbruch war, wollte das britische Verteidigungsministerium nicht bestätigen, ein Sprecher sagte aber, derzeit werde "nichts ausgeschlossen". Das Ministerium und die Polizei leiteten Ermittlungen zu dem Tod der Soldaten ein. Ein dritter Reservist ist noch im Krankenhaus zur Behandlung. Sein Zustand, so berichtete die Nachrichtenagentur AP, sei ernst. Die Männer sollen Anfang 20 gewesen sein.

Wie am Montag aus Militärkreisen verlautete, wollten die drei Reservisten in die Eliteeinheit Special Air Service (SAS) aufgenommen werden. Ein Offizier, der anonym bleiben wollte, sagte der Zeitung "Daily Mail", die Soldaten täten alles, um in die SAS aufgenommen zu werden und setzten sich massiv unter Druck. Angeblich sollen nur weniger als zehn Prozent der Kandidaten das Testverfahren bestehen.

Die felsigen Brecon Beacons werden immer wieder für Militärübungen genutzt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, derzeit gebe es keine Pläne, "Routineübungen" zu ändern.

heb/AFP/AP

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insgesamt 30 Beiträge
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TS_Alien 15.07.2013
1.
In solchen Fällen sollte man durchaus nach Dopingmitteln im Blut der Gestorbenen suchen. Mittlerweile putschen sich viele Menschen jenseits des Profisports auf, um die normalen körperlichen Grenzen zu überschreiten.
robin-masters 15.07.2013
2. Routineübungen ändern
ist definitiv quatsch...! Es sollte möglich sein jeder Zeit abzubrechen.. klar womöglich landet man dann nicht bei der Eliteeinheit aber wenn man sich selbst überschätzt ist man ganz klar fehl am Platz und bringt auch seine Einheit in gefahr.
Olaf53 15.07.2013
3. Die Alternative
Während einer zivilen Wanderung hate ich Kreislaufprobleme. Dem Gruppenführer war es möglich, per Handy ein Taxi zu bestellen. Gerade im Auswahltest, der ja noch nicht den Ernstfall bedeutet, sollte es immer eine gefahrlose Alternative geben. Wer dann das Taxi annimmt, muss selber bezahlen und ist in der Prüfung durchgefallen. Dennoch sage ich: lieber durchfallen als sterben.
dashaeseken 15.07.2013
4. Leider kommen solche Todesfälle öfter vor
weil die Leute unbedingt das berühmte Barrett des SAS tragen wollen und dafür alles in Kauf nehmen...buchstäblich alles. Und wenn man die Bedingungen sieht ..da muß man schon ultrafit sein They have to complete six marches, the first five 17 miles long and requiring the soldier to march with a 30k pack on his back while map reading. But at the end of the Battle Fitness Test they have to complete the Long Drag a 40-mile march in 20 hours.
Atheist_Crusader 15.07.2013
5.
Zitat von sysopCorbisDie beiden britischen Sollten wollten offenbar in eine Eliteeinheit aufgenommen werden. Bei einem Auswahltest in Wales brachen die Soldaten aber zusammen - Medienberichten zufolge starben sie an Erschöpfung. Ein dritter Mann liegt noch im Krankenhaus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-zwei-soldaten-sterben-bei-militaertraining-a-911227.html
Als Reservisten (aka Wochenendsoldaten) in eine Eliteeinheit wollen, die schon per Definition für extreme Standards bekannt ist... da muss man sich nicht wundern. Schließlich geht es in den Auswahlverfahren darum, jene rauszufiltern, die die Anforderungen nicht erfüllen. Was nunmal 99% der Bevölkerung sind. Unfälle passieren da schonmal und auch Tote sind zwar ungewöhnlich, kommen aber dennoch vor. Die Russen hatten da eine sehr pragmatische Einstellung - passend zum eher unbekannten Konzept das Leben seiner Soldaten zu schützen: "What if he does not survive it?" "If he dies, he's simply not spetsnats material." 5-17%. Klingt viel, liegt aber auch daran, dass der SAS den Löwenanteil seiner Rekruten von konventionellen Eliteeinheiten wie etwa dem Parachute Regiment bezieht, die ohnehin schon härtere Anforderungen haben als andere Einheiten.
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