Großer Vorsprung Obama lässt McCain weit hinter sich

Vorteil Obama: Mit satten 15 Prozentpunkten setzt sich der Demokrat in einer neuen Umfrage von seinem republikanischen Rivalen McCain ab. Offenbar laufen viele Anhänger seiner gescheiterten internen Kontrahentin Clinton zu ihm über.


Hamburg/Washington - Die Zahlen sind deutlich: 51 Prozent der eingetragenen Wähler sprechen sich in einer neuen Umfrage für "Newsweek" für den Demokraten Barack Obama als neuen Präsidenten aus. Nur 36 Prozent geben dem Republikaner John McCain ihre Unterstützung - das sind erstmals 15 Prozentpunkte Unterschied zwischen den beiden Kandidaten.

Kandidaten Obama, McCain: Deutlicher Vorsprung
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Kandidaten Obama, McCain: Deutlicher Vorsprung

Obama profitiere offensichtlich vom Ende des langwierigen und zähen Nominierungskampfes gegen seine innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton, weil deren Anhänger jetzt ihn unterstützten, berichtete das Magazin. Die Befragungen zeigten, dass Obama noch weiter zulegen könne, weil viele Wähler ihre Unzufriedenheit mit dem republikanischen Präsidenten George W. Bush äußerten. Monate vor der Wahl im November seien zuverlässige Vorhersagen zwar nicht möglich, doch stehe Obama derzeit besser da als seine demokratischen Vorgänger John Kerry und Al Gore zum vergleichbaren Zeitpunkt.

Kurz zuvor hatten Umfrage gezeigt, dass vor allem auch die sogenannten "Swing States" Ohio, Pennsylvania und Florida jetzt zu Obama und nicht mehr zu McCain neigen. Obamas Wahlkampfzentrale in Chicago hatte außerdem per E-Mail-Rundschreiben angekündigt, dass der Kandidat aus dem US-Staat Illinois am kommenden Freitag erstmals gemeinsam mit Hillary Clinton auftreten wird. Details sind noch nicht bekannt. Es wird das erste öffentliche Treffen der beiden sein, seitdem die Senatorin aus dem US-Bundesstaat New York das Rennen um die Nominierung ihrer Partei aufgegeben hat.

Obama und Clinton waren zuletzt am 5. Juni zusammengekommen, allerdings ausdrücklich ohne Fotografen und Kamerateams. Zu diesem Zeitpunkt war Clintons Rückzug schon klar - aber erst zwei Tage später beendete sie ihre Kampagne offiziell. "Ich stehe hinter ihm und werfe all meine Unterstützung ins Feld", sagte sie damals. Dennoch gibt es große Zweifel, ob die Lager der Ex-Konkurrenten nach dem harten innerparteilichen Wahlkampf wieder zusammengeführt werden können.

Von größtmöglicher Einigkeit zwischen den beiden Politikern nach dem erbittert geführten Vorwahlkampf wird der Erfolg der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl maßgeblich abhängen. Beide sprechen verschiedene Bevölkerungsschichten an, die für einen Erfolg gegen den Republikaner John McCain gebraucht werden.

Schon am Donnerstag werden sich Obama und Clinton unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Washington D.C. treffen. Thema ist, Geldgeber von Clintons auf Obamas Seite zu ziehen.

Zuletzt hatte Obama schwere Kritik einstecken müssen, weil er rund 85 Millionen Dollar an öffentlichen Wahlkampfgeldern abgelehnt hat, um sich mit privaten Spendengeldern zu finanzieren. Möglicherweise ist die Ankündigung des Treffens mit Clinton auch ein Versuch, wieder in einem positiveren Licht dazustehen.

Auf die Frage, ob er Kontakt zu Clinton habe, hatte Obama zuletzt geantwortet: "Ich habe mich nicht mit Senatorin Clinton unterhalten, weil sie einen wohlverdienten Urlaub genießt." Und: "Wir werden uns in den kommenden Tagen oder wenigstens der nächsten Woche sprechen und uns dann immer wieder miteinander austauschen."

flo/plö/AP/AFP

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