Großmanöver Iran droht mit Militärschlägen gegen Tel Aviv und die US-Flotte

Der Ton zwischen Iran und dem Westen wird schärfer: Zum Auftakt eines Großmanövers hat die geistliche Führung in Teheran Israel und die USA vor einem Angriff auf die Nuklearanlagen des Landes gewarnt. Tel Aviv und die US-Flotte im Golf seien dann Ziele eines Vergeltungsschlages.


Teheran - Wo genau das Manöver stattfindet und wie lange die Übungen abgehalten werden, teilten die iranischen Streitkräfte nicht mit. Beteiligt seien See- und Luftstreitkräfte einer Eliteeinheit, meldeten die beiden iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr. In einer Mitteilung auf der Website der Eliteeinheit der Revolutionsgarde wurde aber darauf verwiesen, dass Raketeneinheiten daran beteiligt seien.

Iranisches Manöver (Aufnahme von 2006): Drohung mit Angriffen
AP

Iranisches Manöver (Aufnahme von 2006): Drohung mit Angriffen

Die iranischen Streitkräfte halten zwei bis drei Mal im Jahr Manöver ab - doch brisant ist diese großangelegte Militärübung, weil sie mit einer Warnungen an Israel und die USA verbunden wurde: Bei einem Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen müssten beide Gegner mit Vergeltungsschlägen rechnen, sagte der Geistliche Ali Schirasi, ein Berater des geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei, am Dienstag in einer Rede vor Revolutionsgardisten. "Das zionistische Regime drängt das Weiße Haus zu Vorbereitungen für einen Angriff auf Iran", sagte Schirasi, der Chamenei bei der Marine vertritt. "Wenn sie diese Dummheit begehen, werden Tel Aviv und die US-Flotte im Persischen Golf als erste in Brand gesetzt."

Die USA und ihre Partner werfen Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das. Die USA und Israel haben einen Militäreinsatz als letztes Mittel im Atomstreit nicht ausgeschlossen. Israel hatte im Juni im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. In US-Kreisen hieß es, dies könne eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage gewesen sein.

Auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad gab sich kampflustig. Man fürchte sich nicht vor einem Angriff der USA, sagte er bei einem Besuch in Malaysia. Das "zionistische Regime" Israels werde ohnehin auch ohne ein Eingreifen Irans zugrunde gehen. Am Freitag hatte auch der Befehlshaber der Revolutionsgarde, General Mohammed Ali Dschafari, noch einmal deutlich gemacht, dass Iran jeden Angriff auf eine seiner Atomanlagen als Beginn eines Krieges betrachte.

als/AP/Reuters



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